Zahl der bewirtschafteten Bergmähwiesen nimmt wieder zu
Eine Bergmähwiese im Tiroler Paznauntal ©️LKÖ/Jung-Leithner
Ab 1.200 Höhenmetern
Höchste Artenvielfalt auf Bergmähdern

Noch artenreicher sind Bergmähder. Diese Magerwiesen werden nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht, um eine Aushagerung des Bodens zu verhindern. Durch die extensive Nutzung, die dem Boden stetig Nährstoffe entzog, entstand eine vielfältige, blütenreiche Wiesengesellschaft mit einer Vielzahl an Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf:
„Auf solchen Standorten wachsen viele seltene und gefährdete Arten. Auf einer Fläche von 50 m2 können bis zu 96 Pflanzenarten vorkommen. Das ist im europäischen Vergleich ein absoluter Spitzenwert. Diese Magerwiesen sind somit aus naturschutzfachlicher und landschaftsästhetischer Sicht von großer Wichtigkeit“, erklärt Bohner weiter. Typische Pflanzenarten, die auf diesen Flächen vorkommen, sind zum Beispiel die Türkenbund-Lilie, das Manns-Knabenkraut oder die Bart-Nelke. Da viele Insekten auf spezielle Blüten angewiesen sind, bieten Bergmähwiesen bzw. Bergmähder auch ein reiches Nahrungsangebot für Bienen, Schmetterlinge und Co, aber auch für Pilze.
Mühevolle Handarbeit wie vor 100 Jahren

Negative Auswirkungen bei fehlender Bewirtschaftung
Nachschärfung der ÖPUL-Maßnahme zeigt erste Erfolge
Um diese gefährdeten Lebensräume zu erhalten, werden in der neuen Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gezielt Maßnahmen gesetzt. „Mit der Überarbeitung der ÖPUL-Maßnahme ‚Bewirtschaftung von Bergmähwiesen‘ ist es im Vorjahr gelungen, dass die Bergmähwiesenfläche wieder gestiegen ist. Sie beträgt bundesweit rund 15.000 ha, was fast wieder dem Niveau von 2015 entspricht. In Tirol, wo die meisten Bergmähwiesen zu finden sind, übersteigen die Zahlen mit über 7.100 ha sogar leicht jene aus 2015“, berichtet der LKÖ-Präsident im Hinblick auf die 2023er-Daten.
