COP 16 – Weltnaturkonferenz in Cali gegen das massive Artensterben

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(793)

Von 21. Oktober bis 1. November findet die 16. UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP16) in Cali, Kolumbien statt. Angesichts des rasanten Artensterbens weltweit ist ein gesellschaftsvertraglicher Schutz und auch die Wiederherstellung besonders wichtig. Das Sterben aufzuhalten und #PeacewithNature zu schließen – so das diesjährige Motto – sind die ambitionierten Ziele der Konferenz, die von Kolumbiens Umweltministerin Susana Muhamad geleitet wird. Das lateinamerikanische Land zählt zu den artenreichsten weltweit.

 

Keyfacts

  • Artensterben geschieht im Minutentakt. Schätzungen zufolge sterben täglich 130 bis 150 Arten.
  • Laut Deutscher Akademie der Naturforscher Leopoldina, ist die aktuelle Aussterberate um mehrere Hundertmal größer ist als die natürliche.
  • Der internationale Biodiversitätsrat IPBES schätzt, dass wir bis 2030 von den geschätzten acht Millionen Pflanzen-, Tier- und Pilzarten fast eine Million verlieren werden – wenn wir nichts dagegen tun.

 

Bei der CBD COP 16 sollen die Fortschritte und des Abkommens, das 2022 in Montreal bei der vorangegangenen COP 15 beschlossen wurde, überprüft werden und die Staaten müssen darstellen, wie sie bis 2030 je ein Drittel ihrer Land- und Meeresflächen unter Schutz stellen. Von den 196 Mitgliedsstaaten haben bisher lediglich 15 ihre diesbezüglichen nationalen Pläne veröffentlicht, darunter Deutschland. Die Losung „30/30“ soll dabei eine ähnliche Strahlkraft  erreichen wie das 1,5-Grad Ziel im internationalen Klimaschutz.

 

Aktualisierte Rote Liste: Mehr als ein Viertel aller Arten bedroht

 

„Dies ist eine große Chance für eines der artenreichsten Länder der Welt. Diese Veranstaltung sendet eine Botschaft Lateinamerikas an die Welt über die Bedeutung des Klimaschutzes und den Schutz des Lebens. Sie unterstreicht das Engagement Kolumbiens, von Präsident Gustavo Petro und des gesamten Landes, unseren Planeten zu erhalten.“

– S.E. Susana Muhamad, Umweltministerin von Kolumbien

 

 

Im Vorfeld kritisiert WWF Österreich

Österreich hat sich durch die Unterzeichnung des Weltnaturabkommens dazu verpflichtet, eine nationale Strategie gegen den fatalen Verlust der biologischen Vielfalt auszuarbeiten. Die derzeit skizzierten Maßnahmen reichen dafür aber bei weitem nicht aus”,

Österreichweit herrsche demnach großer Handlungsbedarf, so der WWF in einer Aussendung. Derzeit sind über 80 Prozent der FFH-geschützten Arten und Lebensraumtypen in keinem günstigen Erhaltungszustand und nur noch 14 Prozent der Flüsse sind ökologisch intakt. Gleichzeitig sind 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen zerstört. “Der Aktionsplan muss daher einen speziellen Fokus auf die Renaturierung beeinträchtigter Ökosysteme legen, insbesondere von Wäldern, Mooren, Flüssen und anderen Feuchtgebieten”, erklärt Joschka Brangs vom WWF.

 

Das Artensterben nimmt apokalyptische Ausmaße an

 

Ein wichtiges Instrument dafür ist die kürzlich in Kraft getretene EU-Renaturierungsverordnung, die umfangreiche Wiederherstellungs-Maßnahmen in der EU vorsieht. “Die Verordnung gibt bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen vor, mit denen sich auch die globalen Vorgaben erfüllen lassen”, sagt Brangs. Zudem braucht es einen Bodenschutz-Vertrag mit verbindlicher Obergrenze für den Flächenverbrauch. Darüber hinaus müssen das Schutzgebietsmanagement verbessert und die Schutzgebiete auf 30 Prozent der Landesfläche ausgeweitet werden – wobei ein Drittel davon unter strengen Schutz gestellt werden muss. Um die Finanzierung dieser Maßnahmen sicherzustellen, muss Österreich den nationalen Biodiversitätsfonds auf eine Milliarde Euro aufstocken.