Wir können uns keine verlorene Generation leisten

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(915)

Heute ist Welttag der Kinderrechte. Die UNICEF veröffentlicht heute ihren State of the World’s Children Report – der könnte erschreckend aussehen.

 

Die Situation von Kindern, die von Konflikten betroffen sind, ist weltweit auf einem neuen Tiefpunkt, sagt Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich und verantwortlich für Internationales anlässlich des Welttages der Kinderrechte:

„Aktuell sind 473 Millionen Kinder direkt durch bewaffnete Konflikte und Krieg gefährdet – fast doppelt so viele wie Mitte der 1990er Jahre. Klar ist, jedes Kind in Gefahr ist eines zu viel. Dazu kommt, dass noch nie so viele schwere Kinderrechtsverletzungen festgestellt wurden, wie jetzt. Das ist ein Skandal!“

Laut dem jährlichen Bericht der Vereinten Nationen ist die Zahl der Tötungen und Verstümmelungen von Kindern um erschütternde 35 Prozent angestiegen. Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sind in vielen Teilen der Welt Realität mit dem Ergebnis, dass ganz häufig Kinder zu den Opfern dieser Angriffe werden.

Bodmann:

„Kinder werden immer häufiger bewusst zur Zielscheibe, statt ihnen einen möglichst hohen Grad an Schutz und Sicherheit zukommen zu lassen. Hier verstoßen Kriegs- und Konfliktparteien bewusst gegen internationales Recht. Dazu kommt, dass Kinder in Konflikten besonders unter Hunger und fehlender Bildung leiden. Das dürfen wir als Weltgemeinschaft nicht einfach hinnehmen.“

 

Zugang zu humanitärer Hilfe zu allen Zeiten sicherstellen

Alle Staaten müssen die Kinderrechte, Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht respektieren, schützen und erfüllen, appelliert Bodmann:

„Es gilt vor allem im Kontext von Konflikten, den Zugang zu humanitärer Hilfe zu allen Zeiten sicherzustellen.“

 

Gaza: Großteil der Todesopfer sind Kinder und Frauen

Fast 70 Prozent der Todesopfer im Rahmen des Gaza-Konflikts sind Frauen und Kinder.

Dramatisch wirkt sich der Konflikt auch auf die Ernährungssituation der aus. So werden 91% der Bevölkerung, d.h. rund 1,95 Millionen Menschen voraussichtlich mit hohen Niveaus akuter Ernährungsunsicherheit konfrontiert sein.

Dazu kommt die verheerende Situation in der Gesundheitsversorgung: 19 von 36 Krankenhäuser sind außer Betrieb und mindestens 318 Hilfskräfte wurden getötet.

 

Sudan: Kinder von Hunger in katastrophalem Ausmaß betroffen

Während der Sudan nicht Teil der täglichen Schlagzeilen sind, ist eine Hungerkrise bzw. gar Hungersnot für drei von vier Kindern Realität. Das heißt 16,4 Millionen Kinder sind von akuter bis akut-schwerer Unterernährung betroffen oder es fehlen gar Nahrungsmittel, um überhaupt zu überleben. Save the Children schilderte zuletzt das katastrophale Ausmaß, etwa dass Menschen vor Ort Gras essen, um zu überleben.

 

Wozu der Bericht?

Der Bericht skizziert mehrere Szenarien von best case bis worst case, um ein Bild davon zu zeichnen, wie die Kindheit im Jahr 2050 aussehen könnte. Dabei wird klar: Wir befinden uns an einem kritischen Punkt in der Geschichte der Kinderrechte.

Drei Megatrends prägen die Zukunft der Kinder: die Klimakrise, neue Technologien und der demografische Wandel.

Deshalb ist es jetzt wichtig Wege zu einer gerechteren, nachhaltigen Zukunft für jedes Kind zu gehen, die auch von der Jugend inspiriert sind.