„Wir können den Klimawandel in einer Generation aufhalten“
Photo: UN Climate Change - Kamran Guliyev
Dies erklärte der Klimaforscher Carl-Friedrich Schleussner vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) auf der COP 29 in Baku. Die Voraussetzung dafür sei allerdings, den Klimawandel ernst zu nehmen und unser Gesellschaftssystem umzuwandeln.
„Es ist eine nüchterne Perspektive: Kein Klimaschutz rechnet sich nicht. Es ist die falsche Entscheidung für unseren Wohlstand“, sagte Carl-Friedrich Schleussner und äußerte Hoffnung, dass wir den Wandel noch schaffen. „Wir müssen schleunigst auf die Emissionsbremse treten. Wenn wir die Emissionen in diesem Jahrzehnt halbieren sollten, könnten wir die Erwärmung in den 2030er-Jahren bereits um die Hälfte verlangsamen“, erklärte der Klimaforscher auf der Weltklimakonferenz in Aserbaidschan.
Denn die Kosten der negativen Auswirkungen der Klimakrise sind deutlich höher als die notwendigen Ausgaben der Umstrukturierung hin zu Klimaneutralität. So ergab die Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung aus dem Frühjahr 2024, dass die Bewältigung um das 6-fache weniger kostet als die Folgeschäden der Klimakrise.
Kosten der Klimakrise deutlich höher als die der Bewältigung
Verantwortung gegenüber unseren Kindern
Laut Schleussner gehe der Rückgang der Treibhausgasemissionen momentan noch zu langsam voran und es droht, das Klimaziel von 1,5 Grad nicht halten zu können, was unabsehbare Folgen für die nächsten Generationen hätte.
„Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir den Planeten so schnell erwärmen wie noch nie. Keine Stadt, kein Ökosystem ist auf diese rapiden Veränderungen eingestellt“, sagte Schleussner. „Das wäre aber kein Moment des Aufgebens, sondern der Verdoppelung der Anstrengung. Wir haben eine Klimaschuld gegenüber unseren Kindern und den vulnerablen Ländern“, erklärte der Klimaforscher.
Wir haben also die Wahl, entweder wir setzen nun sehr energisch geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise oder wir müssen in wenigen Jahrzehnten mit den – bereits heute spürbaren, sich aber multiplizierenden – schwerwiegenden Folgen der Erderwärmung auf uns Menschen und die Natur leben lernen.
