Elektrogeräte mit Verantwortung unterm Christbaum

Smartphones, Computer und Tablets sowie Haushalts- und Elektrogeräte sind bei den Österreicherinnen und Österreichern nach wie vor beliebte Weihnachtsgeschenke – darum könnte genau hier Ressourcenschonung und Recycling mitgedacht werden.

 

„In Computern, Smartphones, Bügeleisen oder Batterien sind wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Kupfer, Kobalt und sogar Gold und Silber enthalten – und das in vergleichsweise hoher Konzentration. Diese gilt es zurückzugewinnen und wieder nutzbar zu machen“, so Mag. Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektrogeräte Koordinierungsstelle (EAK).

 

Es muss nicht immer ein Neugerät sein

Beim bewussten Kauf von Geschenken geht es nicht nur darum, diese sorgfältig auszuwählen, sondern auch um die Frage, ob sie wirklich immer neu sein müssen. Secondhand liegt im Trend und entsprechende Geschäfte gibt es längst nicht mehr nur für Kleidung – auch gebrauchte Elektrogeräte können längst in großer Auswahl erworben werden. Ob Handy, Fernseher oder Kühlschrank, hier wird jeder fündig.

Zusätzlich zum Nachhaltigkeitsgedanken kommt bei Secondhand-Geräten noch ein weiterer Aspekt zum Tragen: Generalüberholte Refurbished-Geräte oder Secondhand-Ware sind in der Regel um einiges günstiger als Neugeräte. Angesichts von Teuerung und Energieknappheit macht sich bewusstes Kaufen also auch für die eigene Geldbörse bezahlt.

Mit Bedacht gekaufte Geschenke, die beim Beschenkten auch tatsächlich gut ankommen, tragen im Zeitalter des Online-Kaufs überdies dazu bei, die Anzahl von Paket(rück)sendungen zu reduzieren. Allein die Retoure eines einzigen Pakets verursacht laut Greenpeace Österreich ebenso viele CO2-Emissionen wie der Stromverbrauch eines österreichischen Haushalts an einem ganzen Tag.

 

Fachgerechte Entsorgung entscheidend

Sollte man selbst ein Neugerät geschenkt bekommen, kann das ältere Modell, wenn es noch funktioniert, an jemand anderen zur weiteren Nutzung übergeben werden.

„Aktuell verschwinden bei einer Neuanschaffung viele nicht mehr topaktuelle aber noch voll funktionstüchtige Geräte in Schubladen oder landen sogar im Restmüll. Die darin enthaltenen Rohstoffe sind damit für die Wiedergewinnung verloren. Nur bei fachgerechter Entsorgung in den rund 2.000 kommunalen Sammelstellen ist richtiges ressourcenschonendes Recycling garantiert“, betont Giehser.

Das gilt – angesichts weihnachtlichen Lichterglanzes – auch für die Entsorgung von Leuchtmitteln. Herkömmliche Glühlampen gehören aufgrund der in ihnen enthaltenen Drähte in den Restmüll und nicht in die Altglas-Sammlung. LED-Lampen – etwa jene aus den beliebten Lichterketten, müssen genau wie Elektroaltgeräte oder Batterien in Altstoff-Sammelstellen oder Fachgeschäften abgegeben werden.

 

Reparieren leicht gemacht

Im Sinne von Abfallvermeidung und Ressourcenschonung gilt generell, ein Gerät so lange wie möglich zu nutzen. Durch eine Reparatur kann die Lebensdauer vieler Geräte zusätzlich um mehrere Jahre verlängert werden.

In Österreich wird Reparatur, Service und Wartung von elektrischen und elektronischen Geräten mit dem Reparaturbonus gefördert. Die Förderung beträgt pro Bon 50 Prozent der Kosten bis zu maximal 200 Euro. Die Beantragung von Bons ist für 2024 nach wie vor möglich.

Der Bonus wird sehr gut angenommen, zwei Jahre nach der Einführung wurde er heuer bereits mehr als eine Million Mal eingelöst. Es gibt dabei keine Einschränkung bei der Anzahl von eingelösten Boni, man kann Geräte somit mehrmals hintereinander reparieren lassen. Auch Service- und Wartungsleistungen sind mittlerweile im Reparaturbonus inkludiert.