Start der (voraussichtlich) letzten Verhandlungsrunde zum Plastikabkommen

Einmal produziert, geht es nicht mehr so leicht weg. Selbst Recycling betrifft nur einen geringen Teil und hat nur einige Zyklen, dann muss es doch verbrannt werden. Die Produktion zu drosseln ist die einzige Lösung um die nun seit 2022 gerungen wird – der Vertragsentwurf hat immerhin mehr als 3.000 offene Punkte.

 

Von 25. Noveber bis 1. Dezember treffen sich in Busan Staatsvertreter und Forscher zum Thema Plastik. Wie weltumspannend es ist, zeigt sich in der insgesamten Länge der Verhandlungen, die ja bereits im Jahr 2022 gestartet haben. Die Problematik liegt dabei, dass einige Länder den Fokus auf der Müllkette und dem Recycling behalten wollen, andere aber die Notwendigkeit sehen, die gesamte Lebenszeit des Plastiks zu durchleuchten – also die Produktion konkret bis 2040 um 40% zu drosseln.

Hier sind Parallelen zu Klimakonferenzen durchaus erkennbar. Länder wie der Iran, Russland oder Saudi-Arabien sind diejenigen, die auf der Bremse stehen. Das ist leicht erklärbar, denn sie besitzen eine stark ausgeprägte fossile und petrochemische Industrie.

Auch China und Indien lehnen die Einbeziehung von Primärproduktion ab. Diese Länder möchten die Trendwende weg von Öl- und Gas hin zu erneuerbarer Energie mit der Konzentration auf die Kunststofferzeugung kompensieren.

Für die Senkung der Produktion und das Erfassen der Problematik an der Wurzel sind zum Beispiel Peru, die Philippinen, Ruanda oder auch die EU. Diese High Ambition Coalition spricht sich auch klar für strenge Maßnahmen, die den gesamten Zyklus von der Produktion bis zur Sammlung und Wiederverwertung betreffen, aus.

Nachdem die Abstimmungsweise (also die Regelung, ob eine Mehrheit reicht oder nur Einstimmigkeit zur Entscheidung führt) noch nicht feststeht, könnte es noch länger bis zu einer dringend notwendigen, beherzten Entscheidung dauern.

Tatsächlich hätte alles im Jahr 2022 absolut vielversprechend begonnen. Man einigte sich schnell darüber, die Diskussion vielschichtig zu halten und den gesamten Lebenszyklus von Plastik zu durchleuchten. Ein guter Start, doch dann kamen die Lobbyinteressen und für alle hieß es: „Zurück an den Start!“