„Megadürren“ nehmen zu
So beschrieben in der im Fachjournal „Science“ veröffentlichten Studie eines Forschungsteams aus der Schweiz und Österreich.
Dass dies auch hierzulande gilt, bemerkt man am sinkenden Grundwasserspiegel, an beeinträchtigten Ernten, gedrosselter Stromproduktion in Wasserkraftwerken und Trockenstress für Pflanzen und Tiere – nicht zuletzt an weißen pistenbändern, die sich etwas unromantisch durch unverschneite Landschaften schlängeln.
Dieses Phänomen steht in den letzten Jahren im ständigen Wechsel mit Extremwetterereignissen wie Starkregen.
Die Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ging mit einem Forschungsteam um Liangzhi Chen und Dirk Karger dem relativ neuen Phänomen auf den Grund. Beteiligung in den Analysen gab es auch vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) und der dort tätigen Gletscherforscherin Francesca Pellicciotti.
Was wurde untersucht?
Das langjährige Verhältnis von Niederschlag und geschätzter Verdunstung wurde berechnet und anhand von Grünanteilen in Satellitendaten das daraus resultierende Verhalten der Vegetation.
13.176 mehrjährige Dürreereignisse wurden so zwischen 1980 und 2018 ermittelt.
Das Ergebnis
Laut Untersuchungen nimmt das Phänomen zu. Bei mindestens zwei Jahre andauernden Dürren nimmt die davon betroffene Landfläche exponentiell zu. In Zahlen bedeutet das eine durchschnittliche Zunahme von knapp 50.000 Quadratkilometern.
Um ein Gefühl dafür zu bekommen: Die Staatsfläche von Österreich beträgt circa 84.000 Quadratkilometer.
Fünf der zehn größten Dürreereignisse traten zwischen 2007 und 2018.
Die Methode der Untersuchung ergab, dass nicht nur die bekannten Dürren wie in die noch immer andauernde Chile, dem Westen und Südwesten der USA (2000 – 2018) oder in Zentraleuropa (2018 – 2022) und deren enorme Schäden dokumentiert werden, sondern auch nicht oder weniger detailgetreu dokumentierte Dürreereignisse erkennbar werden.
In Gebieten, wo hohe Wasserreserven vorhanden sind, auf die zurückgegriffen werden kann, wird eine Dürre oft erst sehr spät sichtbar. Hier spricht man von „paradoxen Effekten“.