Secondhand aus Überzeugung – so denkt die Jugend
Der Trend zu Secondhand-Produkten boomt. Vor allem bei jungen Menschen, die wir ja neuerdings als Millennials oder die noch jüngeren als Generation Z bezeichnen. Eine repräsentative Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC kam zum Schluss, dass hier Nachhaltigkeit immer aktiver gelebt wird. Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst.
- 70 Prozent der Millennials und Gen Z haben bereits Produkte aus zweiter Hand gekauft – 2023 waren es noch 51 Prozent
- Günstigere Preise und Nachhaltigkeitsgedanke als Hauptbeweggründe
- Während Gen Z vor allem weiterverkauft, spenden Millennials ihre nicht mehr genutzten Kleidungsstücke lieber an wohltätige Organisationen.
- Höhere Kosten als größtes Hindernis von nachhaltigen Produkten – 71 Prozent sind jedoch bereit, einen Aufpreis für grüne Artikel zu zahlen
Was tun mit den vielen Kleidungsstücken, die noch wie neu sind, aber kaum getragen im Schrank herumliegen? Wenn es nach der Generation Z geht, heißt die Antwort: weiterverkaufen. Millennials hingegen spenden nicht mehr getragene Klamotten häufiger an eine Wohltätigkeitsorganisation. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle „New Generation Circular Fashion Survey“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 1.500 Menschen in Europa befragt wurden.
Eine Hälfte der Befragten ist zwischen 28 und 43 Jahre alt und zählt damit zur Generation der Millennials. Die andere Hälfte gehört der Generation Z an, also der Gruppe der 18- bis 27-Jährigen.
„Für Gen Z und Millennials ist Secondhand ein fester Bestandteil des Alltags. Fast jede dritte Konsumentin gibt an, mindestens die Hälfte ihrer Kleidung gebraucht zu kaufen. Bei Männern stehen gebrauchte Technikprodukte besonders hoch im Kurs“, so Agatha Kalandra, Vorständin und Sustainability Leaderin von PwC Österreich.
Der Preis macht Gebrauchtes attraktiv
Günstigere Preise sind für 72 Prozent der Befragten das wichtigste Kriterium für den Kauf von Secondhand-Produkten. Auch Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung und ist für immerhin 14 Prozent der Käufer:innen von Gebrauchtwaren der Hauptgrund. Es gibt jedoch auch Vorbehalte, insbesondere im Bereich Fashion: Rund ein Viertel derjenigen, die noch nie gebrauchte Kleidungsstücke erworben haben, fühlt sich unwohl in Kleidung, die bereits von anderen getragen wurde.
ESG-Kriterien beeinflussen die Kaufentscheidung
Gen Z und Millennials haben beim Kauf hohe Ansprüche an Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG): Fast zwei Drittel geben einen Einfluss auf die Kaufentscheidung an. 35 Prozent der Millennials und 42 Prozent der Gen Z achten darauf, dass Rohmaterialien umweltfreundlich sind. Jeweils rund 30 Prozent schauen, dass die Verpackung umweltfreundlich ist. Insbesondere Frauen beider Generationen legen zudem Wert auf eine Produktion ohne Tierleid (24 Prozent). Soziale Standards wie den Schutz der Arbeitnehmer:innen haben dagegen nur 13 Prozent der Millennials und 17 Prozent der Gen Z beim Kauf im Blick.
Ein Hindernis beim Kauf nachhaltiger Kleidung, Schuhe und Accessoires sind für die große Mehrheit der befragten Verbraucher:innen (86 Prozent) die höheren Kosten. Sieben von zehn Befragten sind jedoch bereit, für ein nachhaltiges Produkt mehr zu zahlen.
