UN-Plastikabkommen in Genf gescheitert
Wie auch letzten Dezember sind die seit 5.8.2025 in Genf, Schweiz, stattfindenden Verhandlungen zu einem internationalen Abkommen über die Beschränkung der Plastikflut an den unterschiedlichen Interessen der beiden großen Verhandlungsgruppen gescheitert. Während die „High-Ambition-Group“ bestehend aus rund 100 Ländern Südamerikas, Afrikas, Asiens und der EU für verbindliche Richtlinien und die Beschränkung der Kunststoffherstellungsmenge eintritt, lehnt die Gruppe der Gleichgesinnten („Like-Minded-Group“) vorwiegend bestehend aus ölproduzierenden Ländern wie den USA, Saudi-Arabien, Iran und Russland dies strikt ab und will sich lediglich auf ein besseres Abfallmanagement fokussieren. Nach zehn Tagen intensiver Gespräche konnten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen nicht auf ein rechtsverbindliches Abkommen einigen.
Seit 2022 verhandeln die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen über ein international verbindliches Abkommen, das die weltweite Plastikflut eindämmen und alle Bereiche von der Herstellung, Verwendung, Design und auch Wiederverwertung und Entsorgung umfassen soll. Bis dato sind alle Verhandlungsrunden gescheitert.
Wir leben im Plastikzeitalter. Mit all den damit verbundenen Problemen für unsere Umwelt, Tiere und auch unsere menschliche Gesundheit.
Keyfacts zur Plastikverschmutzung
- Mehr als 400 Millionen Tonnen werden weltweit pro Jahr produziert.
- Doch nur zehn Prozent des globalen Plastikmülls werden recycled.
- 20 Prozent landen hingegen auf fragwürdigen Deponien, ungefiltert in der Umwelt oder werden illegal verbrannt.
- Und immer mehr Plastikmüll treibt in Flüssen Richtung Ozeane.
- In allen Weltmeeren zusammen befinden sich rund 180 Millionen Tonnen Plastikmüll.
- Jedes Jahr kommen rund 11 Mio. Tonnen hinzu.
- Schätzungen zufolge verschlucken schon heute bis zu 90 Prozent aller Seevögel und 52 Prozent aller Meeresschildkröten Plastik.
- Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen tragen bis zu zehnmal höhere Kosten der weltweiten Plastik-Krise als reiche Industrienationen, obwohl sie pro Kopf fast dreimal weniger Plastik verbrauchen.
