Gletscherschmelze beschleunigt sich dramatisch

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Die Gletscher der Erde verlieren in rasantem Tempo an Masse – mit gravierenden Folgen für Meeresspiegel, Wasserversorgung und Ökosysteme. Besonders deutlich zeigte sich dies im Sommer 2024 auf Spitzbergen: Dort schmolzen innerhalb weniger Wochen rund 61,7 Milliarden Tonnen Eis, ausgelöst durch außergewöhnlich hohe Temperaturen. Allein dieser Verlust trug um 0,16 Millimeter zum weltweiten Meeresspiegelanstieg bei.

 

Drastischer Rückgang in den Alpen

Auch in den Alpen beschleunigt sich der Rückgang. In der Schweiz fiel der sogenannte Gletscherschwundtag – jener Zeitpunkt, an dem der Winterschnee vollständig verschwunden ist – in diesem Jahr ungewöhnlich früh. Seit 1950 hat sich das Gletschervolumen der Schweiz fast halbiert. In Österreich ist die Lage ähnlich alarmierend. Am Dachstein schmolz das Eis so stark, dass Überreste eines alten Skilifts zum Vorschein kamen. Der Gletscher ist seit dem 19. Jahrhundert von 5,27 auf nur noch 2,22 Quadratkilometer geschrumpft. Damit verbunden sind nicht nur touristische Herausforderungen, sondern auch wachsende Gefahren für Wanderwege und alpine Infrastruktur.

 

Weltweiter Trend

Weltweit verdeutlichen aktuelle Studien den Trend. Zwischen 2000 und 2023 verloren die Gletscher im Durchschnitt 273 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr, 36 Prozent mehr als in den Jahren zuvor. Insgesamt führte dies zu einem Meeresspiegelanstieg von rund 18 Millimetern. Besonders stark betroffen sind die Alpengletscher, die seit 1850 bereits mehr als 60 Prozent ihres Volumens eingebüßt haben. Prognosen gehen davon aus, dass bis Ende des Jahrhunderts nur noch fünf Prozent des heutigen Eisvolumens übrig bleiben könnten.

 

Konsequenzen

Die Schmelze hat weitreichende Konsequenzen: Regionen, die auf Gletscherwasser angewiesen sind, müssen sich auf Engpässe einstellen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Naturgefahren wie Felsstürzen oder Murgängen. Hinzu kommt der weltweite Meeresspiegelanstieg, der bereits seit Jahrzehnten messbar ist und durch die Gletscherschmelze kontinuierlich beschleunigt wird. Küstenregionen und Inselstaaten geraten dadurch zunehmend unter Druck, da Überflutungen, Küstenerosion und der Verlust von Lebensraum wahrscheinlicher werden. Der rapide Schwund zeigt deutlich, wie stark die Erderwärmung bereits wirkt – und wie dringend ein konsequenter Klimaschutz notwendig ist.

Die Gletscherschmelze wirkt sich nicht nur auf den Meeresspiegel aus, sondern auch auf die Zusammensetzung der Ozeane. Mit dem Schmelzwasser gelangt große Mengen Süßwasser ins Meer, was den Salzgehalt lokal und regional senkt. Das verändert die Dichte des Meerwassers und beeinflusst damit Meeresströmungen wie den Golfstrom, die für das globale Klima entscheidend sind. Zudem können solche Veränderungen Auswirkungen auf marine Ökosysteme haben, da viele Organismen empfindlich auf Änderungen des Salzgehalts reagieren. Langfristig besteht die Gefahr, dass sich das gesamte Klimasystem der Erde destabilisiert.

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Internationale Zahlen zur Gletscherschmelze

  • Jährlicher Eisverlust (2000–2023): Ø 273 Milliarden Tonnen pro Jahr

  • Anstieg 2012–2023 gegenüber 2000–2011: +36 % mehr Schmelze

  • Gesamter Meeresspiegelanstieg durch Gletscher 2000–2023: rund 18 Millimeter (≈ 0,75 mm pro Jahr)

  • Stärkste Verluste 2024: ca. 450 Milliarden Tonnen Eis weltweit – viertstärkstes Abschmelzjahr seit Beginn der Aufzeichnungen

  • Alpen (Mitteleuropa): seit 2000 rund 39 % des Gletschereises verloren

  • Spitzbergen Sommer 2024: 61,7 Milliarden Tonnen Eis in nur sechs Wochen – Rekordwert für die Region

  • Langfristige Prognose: Bis 2100 könnten weltweit mehr als die Hälfte aller Gletscher verschwunden sein, in den Alpen bleiben möglicherweise nur noch etwa 5 % der heutigen Eisvolumina übrig

 

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Aktuelle Zahlen aus Österreich (2023/24)

  • Beobachtete Gletscher: 90, davon nur 3 stabil

  • Durchschnittlicher Längenverlust: 24,1 Meter

  • Stärkste Rückgänge:

    • Sexegertenferner: −227 m

    • Taschachferner: −176 m

    • Gepatschferner: −104 m

  • Pasterze: −203 m Rückzug in nur einem Jahr

  • Prognose: Bis 2030 könnte ein Drittel der alpinen Gletscher verschwunden sein

  • Schneebilanz Frühjahr 2025: Bis zu 2 m weniger Schnee am Dachstein und anderen Messpunkten