Gegen die Überfischung der Meere

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1138)

Zum internationalen Tag der Fische am 22. August geht es um die zentrale Bedeutung gesunder Meere. Denn die Realität ist besorgniserregend: Mehr als ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind überfischt und viele weitere sind am Limit. Erfolge wie das UN-Hochseeschutzabkommen sind wichtig, damit sich Fischbestände und Meeresökosysteme langfristig erholen können und damit die Ernährungssicherheit von vielen hundert Millionen Menschen aufrecht erhalten werden kann.

 

Laut aktuellen FAO-Daten gelten 37,7 % aller Meeresfischbestände als überfischt – ein alarmierender Trend, der sich in den letzten Jahren noch verschärft hat. Besonders im Mittelmeer sind weit mehr als die Hälfte der Bestände überfischt. Dies betrifft vorallem Heringe, Sardinen und Sardellen. Der Umweltverband WWF geht davon aus, dass sich die Anzahl der überfischten Arten in den letzten 50 Jahren verdreifacht hat. Wenn wir zu viele Fische entnehmen, können sich Bestände nicht ausreichend erneuern.

 

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„Unsere Meere sind erschöpft, doch sie können sich noch erholen, wenn wir sie endlich in Ruhe lassen. Fische wie Kabeljau oder Thunfisch brauchen sichere Rückzugsräume, um zu laichen und neue Generationen hervorzubringen. Nur so bleibt das Leben im Meer vielfältig. Irreführende Gütesiegel, die zerstörerische Fischerei als nachhaltig darstellen, dürfen diesem Schutz nicht länger im Weg stehen.“

Ursula Bittner, Artenschutz-Expertin bei Greenpeace

 

Gleichzeitig prognostiziert die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass die globale Fisch- und Meeresfrüchteproduktion bis zum Jahr 2050 um 22 % steigen muss, um die wachsende Weltbevölkerung – selbst bei gleichbleibendem Pro-Kopf-Konsum – mit Fisch und Meeresfrüchten zu versorgen. Diese Berechnung berücksichtigt nicht, dass durch die zunehmende Globalisierung, Urbanisierung und das steigende Gesundheitsbewusstsein der derzeitige durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von 20,7kg Fisch und Meeresfrüchten voraussichtlich ebenfalls weiter zunehmen wird.

Im Jahr 2022 wurden nach vorläufigen Schätzungen den Weltmeeren insgesamt circa 79,7 Millionen Tonnen Lebewesen entnommen. Seit 1950 ist die jährliche Fangmenge deutlich angestiegen – was natürlich auch mit der stark gestiegenen Weltbevölkerung zusammenhängt. Weltweit gelten viele Fischarten als überfischt. Die Zahl der ökologisch stabilen Fischbestände hat laut Statista in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen.

Orientierungshilfen beim Einkauf

Gerade in der Sommerzeit essen wir mehr Fisch – etwa an beliebten Reisezielen oder beim Grillfest. Der vermeintlich regionale „Fang des Tages“ täuscht laut Greenpeace oft über die tatsächliche Herkunft hinweg: Viele Fänge stammen aus Beständen, die längst überfischt sind. Und auch im Supermarkt trügt der Schein oft. Noch immer erhalten Fischereien mit zerstörerischen Grundschleppnetzen, hohem Beifang oder sogar Fang von gefährdeten Arten Nachhaltigkeitssiegel wie das MSC-Zeichen.

Wie steht es um unsere heimische Fischpopulation?

 

Der aktualisierte WWF-Fischratgeber gibt Konsument:innen eine Orientierungshilfe beim Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten. „Wir motivieren Verbraucherinnen und Verbraucher, beim Einkauf an der Frischetheke oder auch im Restaurant zu fragen, woher Fisch und Meeresfrüchte kommen und wie sie gefangen wurden. Dann lassen sich die Angaben in unserem Fischratgeber abgleichen. Im Supermarkt stehen die Fangmethode und der Herkunftsort in der Regel auf der Verpackung“, so Mark Heuer, Fischereiexperte beim WWF Deutschland.

Unsere Kaufentscheidungen machen Märkte – in Österreich angebotener Thunfisch stammt nur zu 20% aus nachhaltiger Fischerei

 

Überfischung der Meere kostet uns jährlich wertvolles Protein

Die Überfischung ist eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit unserer Ozeane. Sie gefährdet die Artenvielfalt, marine Ökosysteme, Arbeitsplätze und die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen weltweit. Doch die gute Nachricht des  Marine Stewardship Council (MSC) lautet: Wir wissen, was zu tun ist. Nachhaltige Fischerei ist entscheidend, um die Ressource Fisch langfristig zu sichern und Milliarden von Menschen dauerhaft mit wertvollen Proteinen zu versorgen. Eine Analyse des MSC, einer internationalen gemeinnützigen Organisation, die sich weltweit für den Erhalt der Fischbestände einsetzt, zeigt: Wären alle Fischereien der Welt nachhaltig, könnten sie mehr Fisch fangen – und zwar so viel mehr, dass dies den täglichen Proteinbedarf von zusätzlichen 72 Millionen Menschen decken könnte!

 

Ein Schritt weiter im gemeinsamen Schutz unserer Weltmeere