Strompreise mit Erneuerbaren Energien 2030 um 20 Prozent günstiger

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1146)

Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens “enervis” zeigt: Der konsequente Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft senkt die heimischen Strompreise nachweislich über das gesamte Jahr, zu allen Stunden und Monaten signifikant – und stärkt zugleich die Unabhängigkeit gegenüber Gasimporten. Ohne Erneuerbare würden sich die jährlichen Stromkosten für einen Haushalt deutlich erhöhen. 

 

Die von enervis-Experte Thomas Rosenzopf erstellte Studie zeigt, dass der strompreisdämpfende Effekt von Wind und Sonne über das ganze Jahr und zu allen Tageszeiten auftritt – spürbar zu Mittag im Sommer mit dem Höhepunkt der PV, aber auch in den Wintermonaten, dann wenn Windkraft ihre stärkste Leistung bringt. Mit dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren wird die Importabhängigkeit bei Gas und Strom aus dem Ausland verringert.

Die Studie analysiert die Strommarktentwicklung rückblickend mit und ohne der Erzeugung aus PV, Wind und Kleinwasserkraft für die Jahre 2021 bis 2024 und beinhaltet eine Prognose für das Jahr 2030.

 

Das Ergebnis der Studie:

  • Ohne Windkraft, PV und Kleinwasserkraft wären die Strompreise in den letzten vier Jahren im Schnitt um 6 Prozent höher gewesen.
  • Ohne Erneuerbare würden sich die jährlichen Stromkosten für einen Haushalt um rund 73 Ꞓ erhöhen
  • Für 2030 wird ohne diese Erneuerbaren-Erzeugung eine Preiserhöhung von rund 20 Prozent erwartet (ein Plus von 18 Euro pro MWh).
  • Gleichzeitig wäre ein zusätzlicher Gasimport in Höhe des aktuellen Gesamtverbrauchs aller österreichischen Haushalte für 2030 nötig.

„Gerade zu Zeiten hoher Gaspreise – wie zuletzt im Jahr 2022 – ist der preissenkende Effekt der Erneuerbaren besonders deutlich. Ohne Erneuerbare wäre der Preisausschlag nach oben zu Zeiten der Energiekrise klar höher gewesen.”

Studienautor Thomas Rosenzopf

 

Erneuerbare verdrängen teurere fossile Stromerzeugung

Die Preissenkung hat einen klaren Grund: Erneuerbare Energien haben äußerst niedrige variable Kosten und prägen damit den Marktpreis. Mit jeder zusätzlichen Anlage steigt das Stromangebot und damit verschiebt sich die Angebotskurve in Richtung günstigerer Strompreise – Stichwort Merit Order. Fossile Kraftwerke – insbesondere importiertes Gas – werden dadurch zunehmend vom Markt verdrängt.

Ohne Erneuerbare wäre der Gasimportbedarf im Jahr 2030 um 1,8 Milliarden m³ höher. Das wäre knapp der heutige Gesamtverbrauch aller österreichischen Haushalte (2 Mrd. m³).

In Industriezahlen drei Mal so viel wie der jährliche Gasverbrauch der VOEST Alpine. (600.000 Kubikmeter). Dieser zusätzliche Gasverbrauch entspräche außerdem einem Viertel der heimischen Gasspeicher.

 „Die Studie zeigt, was wir seit jeher sagen: heimische Erzeugung ist ein Standort-Asset, das war früher so und gilt noch viel mehr in Zukunft! Die Politik muss sich entscheiden: weiterhin Importe stützen und Erneuerbare behindern oder endlich echte Standortpolitik umsetzen!“

Paul Ablinger, Geschäftsführer der Kleinwasserkraft

Link

Studie „Auswirkungen von PV, Wind und Kleinwasserkraft auf Strompreise“