Greenpeace-Marktcheck: Recycling bei Klopapier wird oft verschwiegen

Foto ©️Greenpeace Mitja Kobal

Der Greenpeace-Marktcheck ergab, dass rund 40 Prozent der Klopapiere aus Recyclingpapier bestehen, aber nur bei 8 Prozent es tatsächlich angegeben wird. Greenpeace übt Kritik an der Verschwendung von Holz, unnötigen Duftstoffen und Greenwashing bei Verpackungen und fordert die Herstellung aus 100-prozentigem Rcyclingpapier.

Der Greenpeace-Marktcheck hat Toilettenpapier in österreichischen Supermärkten und Drogerien untersucht. Umweltschonend hergestelltes Klopapier in den Regalen ist schwer zu finden: Nur bei acht Prozent der geprüften Produkte ist angegeben, dass es sich um umweltfreundliches Recycling-Papier handelt – obwohl der tatsächliche Anteil an recyceltem Klopapier im Regal bei rund 40 Prozent liegt. Stattdessen werben Hersteller lieber mit Greenwashing-Aussagen zur teilweise recycelten Plastikverpackung. Greenpeace fordert vom Handel und den Herstellern mehr recyceltes Klopapier und vor allem die Kennzeichnung von umweltschonendem Altpapier.

DACH-Region Spitzenreiter bei Verbrauch

Laut Greenpeace Marktcheck hat Hygienepapier wie Toilettenpapier, Taschentücher, Papierhandtücher, Servietten und Küchenrollen etwa
einen Anteil von 10 Prozent an der gesamten Papierherstellung, wobei die DACH-Region (Deutschland, Österreich und
Schweiz) beim Papierverbrauch im internationalen Vergleich zu den Spitzenreitern zählt. So ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich bei rund 110 Rollen Klopapier im Jahr (das entspricht mehr als 10 Kilogramm) und in Deutschland sogar bei 134 Rollen.
 

„Recyceltes Klopapier zu kaufen, ist ein kleiner Handgriff – aber ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz. Doch auf den meisten Produkten aus Altpapier fehlt der Hinweis darauf. Es ist absurd, dass wir wertvolle Bäume fällen, um daraus ein Produkt herzustellen, das nach einmaligem Gebrauch im Abwasser landet. Recycling-Papier ist heute qualitativ gleichwertig, spart aber viel Holz, Energie und Wasser.”

Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks

 

Beim Vergleich der Klopapiersortimente liegen Lidl im Lebensmittelhandel sowie Müller Drogerie vorne. Nicht beurteilt wurden in diesem Mrktcheck Feuchttücher, die leiderin unserem Abwassersystem und den Kläranlgen zu Problemen führen, wenn sie nicht biologisch abbaubar sind und zusätzlich Chemikalien beinhalten.

Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz

Auch beim Klopapier schont Recycling unsere Waldbestände und ist ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Im Vergleich zu Frischfasern werden etwa ein Viertel weniger Wasser und 70 Prozent weniger Energie benötigt, und zusätzlich ein Zehntel der CO2-Emissionen eingespart. Die Frage von Greenpeace, warum dieser Umweltvorteil nicht ausgelobt ist, wurde vom Marktführer Essity (Cosy, Zewa oder Danke) nicht beantwortet.

Konsument:innen können Klopapier aus Altpapier nur durch Angaben wie “100 Prozent Recycling-Papier” auf der Verpackung oder an vertrauenswürdigen Gütesiegeln “Blauer Engel” oder “Österreichisches Umweltzeichen” erkennen. Greenpeace kritisiert, dass beim EU-Ecolabel Frischfasern verwendet werden können, Recycling also keine Vorgabe ist.

Gute Produkte (Foto ©️ Greenpeace Mitja Kobal)

 

Greenwashing

Ein grünes Mascherl geben sich viele Produkte mit Werbung, die sich nur auf die Verpackung bezieht: „Recyclierbare Verpackung“ bedeutet nur, dass Wiederverwertung theoretisch möglich ist. Das wird in Österreich meist nicht umgesetzt und wenn, dann oft nur mit geringem Anteil an Altplastik. Gleichzeitig landen unnötige Duft- und Farbstoffe im Produkt – problematisch für Umwelt und Gesundheit. Auch die gängigen Siegel „FSC“, „FSC Mix“ und „PEFC“ täuschen Sicherheit vor, bieten aber zu schwache Kriterien für wirksamen Waldschutz. Welche Zeichen wirklich halten, was sie versprechen, zeigt der Ratgeber „Zeichen-Tricks“ von Greenpeace.

“Recycling ist bei Klopapier die beste Wahl – erkennbar ist es am ‚Blauen Engel‘ und dem ‚Österreichischen Umweltzeichen‘. Wer dazu greift, schont unsere Wälder und verzichtet auf unnötige Chemie wie Duft- oder Farbstoffe”, so Schachl.