Entscheidung über EU-Klimaziel 2040 verschoben  – Streit um Tempo und Verantwortung

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1158)

Eigentlich sollten die EU-Umweltminister:innen am 18. September das Zwischenziel für die Klimapolitik bis 2040 beschließen. Doch der erwartete Durchbruch blieb aus: Mehrere Mitgliedsstaaten blockierten, die Entscheidung wurde auf den EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 23./24. Oktober 2025 vertagt. Dort müssen die Klimaziele jedoch einstimmig beschlossen werden. 

 

Worum geht es?

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Emissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieses Ziel gilt als entscheidender Schritt, um die Klimaneutralität bis 2050 zu sichern. Ohne klaren Kurs für die 2040er droht die EU, ihre eigene Klimastrategie zu unterminieren – und ihre Glaubwürdigkeit in internationalen Verhandlungen zu schwächen.

Bis 24. September muss die EU ihre Klimaziele bis 2035 (die Teil der Klimastrategie bis 2040 sind) –  wie durch das Pariser Klimabakommen 2015 beschlossen – einreichen. Die COP 30 in Belem im November wird sich inntensiv mit den eingereichten Klimazielen beschäftigen.

 

Streitpunkte

• Industriebelastungen: Länder mit starker Schwerindustrie (u. a. Polen, Tschechien) fürchten Wettbewerbsnachteile.
• Kohlenstoffsenken und Schlupflöcher: Uneinigkeit herrscht darüber, inwieweit Wälder, Moore oder CO₂-Technologien angerechnet werden dürfen.
• Tempo der Entscheidung: Österreich und weitere Staaten plädierten dafür, mehr Zeit für Folgenabschätzungen zu lassen.

 

Bedeutung der Verschiebung

• Politisches Signal: Die EU präsentiert sich gespalten – ein Risiko für die eigene Rolle als Klimavorreiter.
• Klimapolitische Folgen: Jede Verzögerung erschwert den Pfad zu Netto-Null 2050.
• Ökonomische Unsicherheit: Unternehmen und Investoren warten auf Planungssicherheit.

 

Ausblick

Ob die Staats- und Regierungschefs im Oktober tatsächlich einen Konsens finden, bleibt offen. Klar ist: Ohne ambitioniertes 2040-Ziel droht die EU, sowohl beim Klimaschutz als auch geopolitisch an Einfluss zu verlieren.