Wertvolle Feuchtwiesen zukünftig Teil des Nationalparks Neusiedler See
Mit dem neuen Fördervertrag zwischen dem österreichischen Umweltministerium (BMLUK) und dem Nationalpark Neusiedler See wächst die geschützte Fläche um rund 150 Hektar. Im Fokus stehen wertvolle Feuchtwiesen, des in der Vergangenheit entwässerten Niedermoorgebietes Waasen-Hansag. Deren langfristige Sicherung trägt sowohl zur Artenvielfalt als auch zum Klimaschutz bei.
Durch die Einbindung lokaler Grundeigentümer:innen sowie von Landwirt:innen in die Erweiterung des Nationalparks ist es gelungen, ökologische Ziele mit regionalen Interessen zu verbinden und die Fläche um 150 Hektar zu erweitern. Künftig werden zudem gezielte Beweidung und Mahd Pflegemaßnahmen unterstützen und so zur nachhaltigen Sicherung der biologischen Vielfalt beitragen. Dies ist die zweite große Erweiterung des Nationalparks nach der Vergrößerung um 150 Hektar im Februar 2024.
Ökologische Bedeutung der Flächen Waasen–Hanság
Der Waasen (ungarisch Hanság) ist das größte Niedermoorgebiet Österreichs und ein einzigartiger Lebensraum von europaweiter Bedeutung. Einst Teil des Seebeckens des Neusiedler Sees, wurde er im 19. Jahrhundert großflächig entwässert. Heute sind nur noch kleine Reste der ursprünglichen Moorlandschaft erhalten. Die Erweiterung des Nationalparks ermöglicht nun die langfristige Sicherung und ökologische Aufwertung dieser Flächen.
Die Erweiterung stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem ungarischen Fertő-Hanság NemzetiPark. Die neuen Flächen liegen nur zwei Kilometer von den bereits geschützten ungarischen Gebieten entfernt und schaffen so wichtige Trittsteinbiotope für wandernde Arten. Damit wird ein entscheidender Schritt zur besseren Vernetzung des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks gesetzt.
Artenvielfalt im Waasen–Hanság
Von der Gebietserweiterung profitieren zahlreiche bedrohte Tierarten:
· Brutvögel: Wiesenweihe (Circus pygargus), Wachtelkönig (Crex crex), Kaiseradler (Aquila heliaca).
· Amphibien: Donau-Kammolch (Triturus dobrogicus), Rotbauchunke (Bombina bombina), Laubfrosch (Hylaarborea).
· Heuschrecken (Orthoptera): Sumpfschrecke (Stethophymagrossum), Kurzflügelige Schwertschrecke (Conocephalus dorsalis), Pfändlers Grabschrecke (Xyapfaendleri).
· Säugetiere: Pannonische Sumpfwühlmaus (Microtuseoconomus mehelyi) als europaweit seltene Reliktart.
„Mit der Erweiterung des Nationalparks stärken wir nicht nur die ökologische Vielfalt, sondern erzielen auch Vorteile für Klima, Wasserhaushalt und die Menschen in der Region. Damit ist ein bedeutender Schritt für mehr Biodiversität gelungen und mein Ziel ist, unsere Nationalparks auch in den kommenden Jahren weiter zu stärken.“
Umweltminister Totschnig
Meilenstein für den ungarischen Naturschutz durch Greenpeace-Klage
