NABU Kreuzfahrtschiffranking 2025: Reedereien haben noch weiten Weg vor sich

Während die Zahl der Kreuzfahrtgäste weiter wächst, belasten die Schiffe Klima und Umwelt nach wie vor erheblich. Auch wenn so manch Anbieter über klimaneutrales Reisen mit Schiff spricht – die Realität sieht anders aus. Wer ökologisch, klimabewusst und nachhaltig reisen will, der verzichtet auf Kreuzfahrtschiffsreisen. Der deutsche Naturschutzbund NABU gibt auch dieses Jahr wieder einen Überblick über die Belastungen durch unterschiedliche Anbieter in seinem Kreuzfahrtranking 2025 und kommt zum Schluss, dass die bisherigen Anstrengungen der Reedereien reichen nicht aus.

 

Laut Prognosen soll 2025 den Spitzenwert nochmal übertrumpfen

Im Jahr 2024 erreichte das Niveau an Kreuzfahrtpassagieren weltweit einen neuen Spitzenwert. Rund 34,7 Millionen Passagiere unternahmen im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt. Die Branche prognostiziert für dieses Jahr laut aktuellem Branchenbericht „State of the Cruise Industry 2025“ der Cruise Lines International Association („CLIA“), dem weltgrößten Kreuzschifffahrtsverband, einen weiteren Zuwachs auf 37,7 Millionen Passagiere weltweit.

Mit einer Anzahl von 20,53 Millionen Passagieren stammte 2024 mehr als die Hälfte aller Kreuzfahrtreisenden aus Nordamerika, so Statista Deutschland. Im selben Jahr zählte die Kreuzfahrtindustrie 8,44 Millionen Reisende aus Europa. Interessanterweise wird das Publikum immer jünger.

 

Kreuzfahrtschifflinien im Vergleich

Im Jahr 2025 verfügt die Kreuzfahrtlinie Royal Carribean über den höchsten Marktanteil im internationalen Vergleich nach Anzahl der beförderten Passagiere. 21,2 Prozent der Kreuzfahrtpassagiere werden durch die Reederei befördert. Mit einem Marktanteil von 20,1 Prozent befördert die Reederei Carnival die zweitmeisten Passagiere.

 

 

 

Kreuzfahrtranking NABU 2025

Zwar haben Spitzenreiter im Ranking, darunter Havila und Hurtigruten gefolgt von Ponant, bereits einige vorbildliche Schritte zur Reduktion ihrer Emissionen unternommen. Doch keine der untersuchten Reedereien setzt konsequent und flächendeckend wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz um.

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„Viele Kreuzfahrtanbieter steuern beim Klimaschutz in die richtige Richtung – etwa mit energieeffizienteren Neubauten oder durch technische Verbesserungen bestehender Flotten. Manche erproben erste zukunftsweisende Technologien. Vor allem in deutschen Häfen gehen die Schadstoffemissionen zurück, da häufiger Landstrom genutzt wird“, würdigt Sönke Diesener, Schifffahrtsexperte beim NABU.

 

Umstieg auf eFuels

„Doch der entscheidende Hebel für eine klimafreundlichere Schifffahrt ist der Umstieg auf grüne eFuels. Hier bleiben die Reedereien zögerlich und setzen stattdessen auf Scheinlösungen wie fossiles LNG oder Biokraftstoffe mit zweifelhafter Klimabilanz. Wirklich mutige Investitionen – etwa in methanolfähige Neubauten – bleiben bislang die Ausnahme. Unterm Strich ist die Branche einmal mehr aufgefordert, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima nicht weiter zu belasten, sondern im Einklang mit ihnen zu wirtschaften.“

 

„Der Einsatz von Schweröl schadet Mensch und Natur massiv“

Ein weiterer großer Missstand ist die weiterhin weit verbreitete Nutzung von Schweröl. Lediglich vier Reedereien schließen den Einsatz dieses klimaschädlichen und hochgiftigen Brennstoffs aus, kritisiert Raija Koch, NABU-Expertin für Schifffahrt: „Die meisten Kreuzfahrtanbieter setzen weiterhin in großem Stil auf Schweröl und leiten durch Abgaswäscher zusätzlich Schadstoffe ins Meer. Um es klar zu sagen: Der Einsatz von Schweröl schadet Mensch und Natur massiv und muss sofort beendet werden. Für die Reedereien ist der Umstieg auf sauberere fossile Alternativen sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich zumutbar.“

Der NABU fordert die Kreuzfahrtunternehmen deshalb zu verbindlichen und ambitionierten Schritten auf. Nur ein schneller Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen und Investitionen in erneuerbare, nicht-biogene Alternativen ermöglichen es der Branche, glaubwürdig ihren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz zu leisten.

 

Unser pro.earth Fazit bleibt daher auch dieses Jahr dasselbe:

Die beste Kreuzfahrt ist die, die nicht angetreten wird. Denn eine derartige Reise ist nicht mit gutem (Klima- und Zukunfts-) Gewissen vereinbar.