Der aktuelle „Blob“ im Nordpazifik: Rekordhitze im Meer
Seit Juni 2025 beobachten Forschende eine massive marine Hitzewelle im Nordpazifik. Die Oberfläche des Ozeans ist dort ungewöhnlich stark erwärmt – in weiten Teilen auf Rekordniveau seit Beginn der Satellitenmessungen. Der ungewöhnlich warme „Blob” aus Meerwasser erstreckt sich über etwa 8.000 Kilometer von den Gewässern Japans bis zur Westküste der Vereinigten Staaten. Er wird durch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung erheblich verstärkt, beeinflusst das Wetter an Land und könnte große Schäden in den Meeresökosystemen hervorrufen.
Erstmals trat ein „Blob“, also eine Blase mit besonders warmem Meereswasser, im Jahr 2013 auf. Seitdem wiederholte sich das Phänomen bereits mehrmals. Dabei steigen in dem Blob die Wassertemperturen um bis zu sieben Grad. Diese Anomalie betrifft vor allem den Nordost-Pazifik.
Solche „Blobs“ entstehen, wenn sich großräumige Hochdrucklagen mit Klimaphänomenen wie El Niño verstärken.Durch die Klimakrise treten sie häufiger auf.
„Die Spuren des Klimawandels sind in den aktuellen Entwicklungen im Nordpazifik deutlich zu erkennen.“
Michael McPhaden, leitender Wissenschaftler bei der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
Die aktuellen Werte gehören zu den stärksten je gemessenen marinen Hitzeereignissen und betrifft das gesamte Nordpazifikbecken. Dieses Ereignis ist einzigartig aufgrund seiner Intensität und seiner außergewöhnlichen geografischen Ausdehnung sowie aufgrund seines Potenzials, bei anhaltender Dauer großräumige Wetterverhältnisse zu verändern.
In Japan trug das warme Meerwasser zum heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in diesem Land bei, in dem am 5. August mit 41,8 Grad Celsius ein neuer nationaler Temperaturrekord verzeichnet wurde.
„Der Nordpazifik hat Fieber, aber das ist noch nicht alles. Die Auswirkungen dieser Meereswärmewellen werden wahrscheinlich erhebliche Folgen für Meeresorganismen, die Struktur des Ökosystems, die Fischerei und das Wetter im pazifischen Nordwesten haben.“
Michael McPhaden, NOAA

Folgen für das Leben im Meer
Blobs richten in den betroffenen Regionen große Schäden an und verursachte den Tod vieler Meereslebewesen, von Krill über Seelöwen, Seevögel bis hin zu Walen. Dies stellte ein Klimatologe, der den Blob 2020 untersuchte, damals bereits fest.
„Es ist dokumentiert, dass diese viele Meerestiere das Leben kosteten, vom Phytoplankton über Zooplankton und Fische bis hin zu Walen. Das schließt den Tod von 100 Millionen Kabeljauen ein.“
Klimatologe Kevin Trenberth, US-National Center for Atmospheric Research
Andere Arten verschieben ihre Lebensräume, etwa Fische wie Tunfische, die in kühlere Regionen ausweichen und dadurch die lokale Fischindustrie negativ beeinflussen. Dafür treten tropische Arten wie Bonitos, Drescherhaie, Segelquallen und Mondfische in nördlicheren Regionen auf als zuvor.
Durch die Wärme breiten sich zudem nährstoffarme Schichten aus, was zu geringerem Nahrungsangebot für viele Organismen führt. Desweiteren geraten Korallenriffe und andere empfindliche Ökosysteme stark unter Stress.
Häufigkeit nimmt zu
Marine Hitzewellen treten häufiger, länger und intensiver auf als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das passt zu den Prognosen der Klimaforschung: Ein wärmerer Planet bedeutet auch wärmere Ozeane – und das hat tiefgreifende Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft.
Was besonders beunruhigt: Die Ozeane absorbieren rund 90 Prozent der durch Treibhausgase verursachten Erderwärmung. Dabei wächst die Erwärmungsrate seit 2005 signifikant schneller als in den Jahrzehnten zuvor. Argo-Messbojen liefern seitdem exakte Temperaturprofile bis in 2.000 Meter Tiefe – und bestätigen, dass sich die Wärme auch in diesen Tiefenräumen unaufhaltsam ausbreitet. Einzelne Studien zeigen sogar Temperaturzunahmen in Bereichen unterhalb von 2.000 Metern.
Was wir tun müssen
• Weniger fossile Energien verbrauchen – Klimaschutz ist Meeresschutz.
• Tierprodukte meiden – das senkt Methan- und CO₂-Ausstoß deutlich.
• Politische Entscheidungen unterstützen, die echten Umweltschutz voranbringen.
Unser pro.earth Fazit:
Die aktuelle Hitzewelle im Nordpazifik ist ein Alarmzeichen: Die Ozeane erwärmen sich nicht nur – sie geraten immer öfter aus dem Gleichgewicht. Das betrifft uns alle, denn gesunde Meere sind die Grundlage für Klima, Nahrung und Lebensräume weltweit.
Quellen: NOAA Marine Heatwave Tracker, NASA Climate Change