Schutz für Wildtiere gegen internationalen Handel

Vom 24. November bis 05. Dezember 2025 fand in Samarkand, Usbekistan die 20. Vertragsstaatenkonferenz (CoP) des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES statt. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben mit überwältigender Mehrheit für einen besseren Schutz von Wildtieren gestimmt. Damit erhalten zahlreiche Wildtierarten, die durch internationalen Handel von Übernutzung bedroht sind, eine Überlebenschance. Insgesamt wurde für mehr als 120 bedrohte Arten ein besserer Schutz beschlossen – darunter die berühmten Galapagos-Leguane.

 

„Die Tierwelt befindet sich in einer Krise, und die Staats- und Regierungschefs der Welt haben mit überwältigender Mehrheit die dringende Notwendigkeit erkannt, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) Deutschland. „Vom kleinsten Gecko bis zum größten Hai – Arten, die durch die Nachfrage der Menschen vom Aussterben bedroht sind, erhalten endlich den Schutz, den sie brauchen. Aber während wir die Erfolge für die Tierwelt auf dieser Konferenz feiern, sind viele Arten weiterhin der Ausbeutung ausgesetzt. Dies mag ein Sieg für die Tierwelt sein, aber es ist auch eine dringende Warnung.“

 

Die Gewinner der CITES CoP20

  • Elefanten & Nashörner: Die Wiederaufnahme des Handels mit Elfenbein sowie Horn von Spitz- und Breitmaul-Nashörnern wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.
  • Haie & Rochen: Ein besserer Schutz wurde für 74 Hai- und Rochenarten beschlossen – für 11 Arten (darunter Walhaie und Teufelsrochen) gilt künftig erstmals sogar ein internationales Handelsverbot.
  • Handelsverbote: Für alle vier Arten Galapagos-Leguane, Okapis, Goldbauchmangaben, zwei afrikanische Geierarten, zwei Giftschlangen aus Äthiopien sowie die vom Aussterben bedrohte Stutz-Gelenkschildkröte wurde ein internationales Handelsverbot beschlossen.
  • Neue Handelsbeschränkungen: Auf Antrag der EU, dem größten Absatzmarkt für Froschschenkel, wurden europäische Wasserfrösche unter Schutz gestellt. Erstmals gelten zudem globale Handelsbeschränkungen für Zweifinger-Faultiere, Dorkas-Gazellen, Streifenhyänen, afrikanische Hornvögel, diverse Prachtfinken aus Südamerika, zwei Geckos aus Australien sowie eine Tarantel.
  • Rückschritte verhindert: Die erst seit 2019 geltenden Handelsbeschränkungen für Giraffen konnten verteidigt werden, ebenso wie das Handelsverbot für Wanderfalken.
  • Erhöhter Schutzstatus für das Eigentliche Zweifingerfaultier und das Hoffmann-Zweifingerfaultier: Der Trend zu Interaktionen mit Wildtieren sowie zur Haltung von Wildtieren als Haustiere ließ die Nachfrage nach Faultieren zuletzt erheblich steigen.
  • Für diverse Pflanzenarten wurde der Schutz ebenfalls verbessert, u.a. für Brasilholz (Fernambuk), aus dem Geigenbögen hergestellt werden. Alle Ergebnisse zu Pflanzen müssen am Freitag (5. Dezember) noch im Plenum bestätigt werden.
  • Asiatische Großkatzen: Für diese wurden Schutzmaßnahmen beschlossen, insbesondere ein Verbot der Tigerzucht für den Handel mit Körperteilen, strengere Auflagen für alle Tigerhaltungen und eine weiterhin strenge Überwachung von Leoparden. Auch auf eine stärkere Bekämpfung des illegalen Handels mit Jaguaren und Geparden hat sich die Konferenz geeinigt. „Trotz des Handelsverbots werden vor allem junge Geparde häufig illegal als exotische Haustiere gehandelt. Das macht deutlich, dass die Beschlüsse nur so gut sind wie ihre Kontrollen – da braucht es dringend eine Nachschärfung”, sagt Simone Niedermüller, die für den WWF Österreich in Samarkand vor Ort war.
  • Singvögel: Der Großschnabel-Samenfink, der durch den Singvogelhandel unter Druck gerät, und der Samenfink wurden unter Schutz gestellt bzw. dessen Schutz erhöht.

 

Die Verlierer der CITES CoP20

Doch es gab auch Rückschläge, darunter:

  • Aale: Der EU-Antrag, alle 17 Aalarten weltweit in CITES Anhang II zu listen, scheiterte deutlich.
  • Saiga-Antilopen: Künftig darf das Horn von Saiga-Antilopen aus Kasachstan gehandelt werden – was Wilderei und illegalen Handel wieder ankurbeln könnte.
  • Seegurken: Auch der EU-Antrag auf internationale Handelsbeschränkungen für sechs Seegurken-Arten scheiterte.

„Der politische Gegenwind war diesmal außergewöhnlich stark. Besonders Japan hat massiv Druck auf andere Länder ausgeübt, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen”, so die Pro Wildlife Expertin Daniela Freyer. Das zeigte sich auch an den ungewöhnlich vielen Abstimmungen, die auf Antrag verschiedener Länder geheim abgelaufen sind. „Aale und Seegurken waren die Bauernopfer. Hier hat die EU zu wenig getan, um für ihre eigenen Anträge frühzeitig Unterstützung aus anderen Regionen zu generieren,“ kritisiert Freyer.

Darüber hinaus sieht der WWF Österreich dringenden Nachholbedarf beim Schutz von Singvögeln ihr Handel sollte bei der nächsten Artenschutzkonferenz besonderes Augenmerk erhalten.