Es gibt keine hocheffizienten Verbrenner

In Deutschland und der Europäischen Union wird derzeit intensiv diskutiert, ob moderne Verbrennungsmotoren auch künftig eine Rolle in einer klimaneutralen Mobilität spielen können. Hintergrund ist das EU-Ziel, ab 2035 nur noch Neuwagen zuzulassen, die im Betrieb keine CO₂-Emissionen verursachen. Deutschland setzte eine Ausnahmeregelung für Fahrzeuge durch, die ausschließlich mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Diese Entscheidung hat eine erneute Debatte über die Zukunft des Verbrennungsmotors ausgelöst.

 

Technische Grenzen des Verbrennungsmotors

Trotz Optimierungen sind Verbrennungsmotoren physikalisch limitiert. Selbst modernste Motoren erreichen Wirkungsgrade von lediglich 40 bis 45 Prozent. Der größte Teil der Energie wird in Form von Wärme abgegeben und steht für den Antrieb nicht zur Verfügung. Elektromotoren arbeiten dagegen mit Wirkungsgraden von über 90 Prozent und bleiben selbst unter Einbeziehung aller Lade- und Umwandlungsverluste etwa zwei- bis dreimal effizienter als Verbrennungsmotoren.

 

Warum synthetische Kraftstoffe das Problem nicht lösen

Synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, werden häufig als Möglichkeit angeführt, den Verbrennungsmotor klimaneutral weiter zu. Ihre Herstellung ist jedoch extrem energieintensiv. Um einen Liter E-Fuel zu produzieren, wird ein Vielfaches der Energie benötigt, die ein Elektrofahrzeug direkt nutzen könnte. Dadurch entsteht ein sehr schlechter Gesamtwirkungsgrad, der E-Fuels für den Pkw-Bereich unattraktiv macht. Fachleute sehen ihren potenziellen Nutzen vor allem in Bereichen, in denen Elektrifizierung technisch kaum umsetzbar ist, etwa in der Luftfahrt oder der Hochseeschifffahrt.

 

Der Verlauf der politischen Debatte

In Deutschland werben einige Akteure für Technologieoffenheit und argumentieren, der Verbrennungsmotor dürfe nicht vorschnell abgeschrieben werden. Andere kritisieren diese Haltung als Verzögerungstaktik und warnen vor Fehlinvestitionen in eine Technologie, deren Effizienzgrenzen längst erreicht sind. In der EU überwiegt die Sicht, dass der Schwerpunkt künftig klar auf dem Elektroantrieb liegen wird. Die Ausnahmeregelung für E-Fuel-Fahrzeuge bleibt eng begrenzt und wird voraussichtlich nur eine kleine Nische betreffen.

 

Effizienz spricht eindeutig für den Elektroantrieb

Die Bezeichnung “hocheffizienter Verbrenner” ist technisch irreführend. Aufgrund der thermodynamischen Verluste kann ein Verbrennungsmotor niemals die Effizienz eines Elektromotors erreichen. Entscheidend ist daher nicht die Frage, ob der Verbrennungsmotor noch effizienter gemacht werden kann, sondern wie schnell der Übergang zu einer weitgehend elektrifizierten Mobilität gestaltet werden soll.