Energiewende für alle leistbar machen

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1229)

Eine aktuelle Studie des Energieinstituts der Johannes-Kepler-Universität Linz im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt, dass die Kosten für Heizungstausch, Sanierung und E-Mobilität für viele Haushalte kaum finanzierbar sind. Hohe Anfangsinvestitionen und unzureichende Förderungen bremsen die Energiewende massiv aus. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher eine sozial treffsichere Förderpolitik und eine Direkt-Abrechnungen der Förderungen mit der ausführenden Firma, damit die Energiewende für alle möglich ist und nicht zum Luxusprojekt wird.

 

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat beim Energie-Institut der JKU Linz eine Studie in Auftrag gegeben, die erstmals umfassend zeigt, wie hoch die tatsächlichen Kosten für Heizungstausch, thermische Sanierung und den Umstieg auf E-Mobilität im Eigenheim sind und wie groß die Hürden für viele Haushalte ausfallen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Energiewende für zahlreiche Familien zu einer kaum oder nur schwer leistbaren Herausforderung wird.

 

 

Von Kosten besonders betroffen: Haushalte im älteren Einfamilienhaus

Vor allem die hohen Anfangsinvestitionen stellen das größte Problem dar und sind für viele Menschen kaum oder nur schwer überwindbar. Besonders betroffen sind Haushalte ohne direkten Zugang zu einem Fernwärmenetz bzw. im älteren Einfamilienhaus.

Gleichzeitig zeigt sich, dass es keine einheitlichen Lösungen für alle Haushalte geben kann. Unterschiedliche Wohnsituationen, Gebäudetypen, Eigentumsverhältnisse, regionale Infrastrukturen und Einkommenslagen erfordern differenzierte, kontextbezogene und schrittweise Umrüstungspfade. Die derzeitigen Fördermöglichkeiten sind dabei nicht ausreichend, um die bestehenden Investitionslücken zu schließen und eine Energiewende für alle zu ermöglichen.

Haushalte mit niedrigem Einkommen sind meist auf Förderprogramme angewiesen, weil die Eigenmittel nicht ausreichen. Ohne entsprechende Programme ist der Umstieg für geringe Einkommen unmöglich, und auch für mittlere Einkommen wird der finanzielle Spielraum zunehmend enger.

 

Realer Investitionsstau durch Förderlücken

Besonders gute Förderkombinationen ergeben sich laut Studie bei der Umstellung auf Wärmepumpen oder Fernwärme, kombiniert mit Sanierungsbonus-Maßnahmen am Gebäude. Der Umstieg auf E-Mobilität bleibt trotz Vorteilhaftigkeit für Pendler:innen kostspielig. Ein neues E-Auto, das den Bedürfnissen eines hier analysierten Durchschnittshaushaltes genügt, kostet aktuell rund 42.000 Euro.

Die Studie weist darauf hin, dass bestehende Förderlücken einen realen Investitionsstau erzeugen: Die Bereitschaft zur Umrüstung ist vorhanden, die finanziellen Möglichkeiten jedoch nicht.

 

European Green Deal

Die politischen Rahmenbedingungen sind klar: Der Europäische Grüne Deal verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Dekarbonisierung des Verkehrs- und Gebäudesektors. Oberösterreich ist dabei ein Land der Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer. Rund 60 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leben im Eigentum. Nur ein kleiner Teil der Haushalte kann sich umfassende Sanierungen oder ein neues E-Auto leisten. Die Fördersysteme sind häufig unübersichtlich, kompliziert und decken die tatsächlichen Kosten nur unzureichend ab.

 

Link zur Studie