EinkommensUNgerechtigkeit startet bereits in der Ausbildung

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1260)

Der Equal Pay Day 2026 in Österreich findet heuer am 11. Februar statt. Frauen arbeiten somit  42 Kalendertage „gratis“. Er zeigt auf, wie groß die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen bei gleicher Arbeitszeit ist. Machen wir so weiter, erreichen wir die Gleichberechtigung auf diesem Gebiet in Österreich 2043. In Deutschland ist die Situation noch schlechter: hier arbeiten Frauen insgesamt 58 Tage unbezahlt. Der nächste Equal Pay Day findet deshalb deutschlandweit am 27. Februar 2026 statt.

 

Der Gender Pay Gap in Österreich beträgt aktuell 11,6 %. Das bedeutet, dass Frauen in Österreich 42 Kalendertage im Jahr rechnerisch unbezahlt arbeiten – der Equal Pay Day 2026 fällt daher auf den 11. Februar. Grundlage der Berechnung sind die Median-Bruttojahreseinkommen 2024 der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten gemäß Statistik Austria.

In Deutschland beträgt der Gender Pay Gap laut Business and Professional Women Gesellschaft (BPW) – seit 2008 Initiatorin der Equal Pay Day Kampagne – aktuell 16%. Rechnet man den Wert  in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an sogar 58 Tage unentgeltlich. Grundlage sind Berechnungen dess Statistischen Bundesamts für das Jahr 2025.

Wir sind also in Mitteleuropa im Bereich Lohn noch weit vom UN-Nachhaltigkeitsziel der Geschlechtergleichberechtigung (SDG #5) entfernt.

 

„Vom ersten Lohn bis zur Pension“

 -EinkommensUNgerechtigkeit beginnt nicht erst im Berufsleben – sie startet bereits in der Ausbildung

Weibliche Lehrlinge verdienen im Schnitt um 7,8 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Im aktiven Erwerbsleben steigt die Einkommenslücke auf 11,6 % und verschärft sich in der Pension dramatisch: Pensionistinnen erhalten durchschnittlich rund 36 % weniger Alterseinkommen als Männer. Der Gender Pay Gap zieht sich somit durch das gesamte Erwerbsleben – vom ersten Lehrlingslohn bis zur Pension.

Die Unterschiede innerhalb Österreichs bleiben deutlich: Wien: 4,2 % – Equal Pay Day am 15. Jänner 2026 und Vorarlberg: 20,1 % – Equal Pay Day am 14. März 2026. Es spielt eine entscheidende Rolle, wo Frau lebt und arbeitet. Während Wien weiterhin die geringste Einkommenslücke aufweist, bleibt Vorarlberg Schlusslicht im Bundesländervergleich. Diese regionalen Unterschiede zeigen, dass Einkommensgerechtigkeit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern strukturelle Rahmenbedingungen widerspiegelt.

Besonders gravierend sind die Unterschiede nach Beschäftigungsform:

  • Arbeiterinnen: 25,1 %,
  • Angestellte: 27,9 %,
  • Vertragsbedienstete: 6,1 %,
  • Beamtinnen: +4,8 %

Auch diese Zahlen verdeutlichen: EinkommensUNgerechtigkeit ist strukturell verankert.

Der Equal Pay Day 2026 dokumentiert diese strukturelle EinkommensUNgerechtigkeit und unterstreicht die Dringlichkeit politischer Maßnahmen. BPW Austria fordert daher die . Einkommensgerechtigkeit darf weder vom Wohnort noch vom Lebensalter abhängen – sie muss vom ersten Erwerbstag an gelten.

 

Deutschland ist Schlusslicht

Frauen erhalten in Deutschland im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt für das Jahr 2025 berechnet. Als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke wird die prozentuale Differenz zwischen durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer und dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Frauen im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer bezeichnet. Frauen erhielten im Jahr 2025 mit durchschnittlich 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (27,05 Euro).

Rechnet man den Wert von 16 Prozent in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 58 Tage unentgeltlich. Der nächste Equal Pay Day findet deshalb am 27. Februar 2026 statt.

 

Forderungen der BPW

  • zügige Umsetzung der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz in nationales Recht
  • verbindliche Einkommensdaten
  • konsequente, gesetzlich garantierte Durchsetzung von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit
  • steuerliche Begünstigung für Unternehmen, die nachweislich gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit zahlen
  • Aufwertung der Niedriglohnbranchen
  • flächendeckenden Ausbau von Kinderbetreuung
  • höhere Investitionen in Bildung und Forschung

Dazu braucht es Daten von Unternehmen und Maßnahmen durch die Politik! Nur das führt zu gerechter Entlohnung, die Frauen und Männer gleich stellt.

 

Links

Equal Pay Day  – BPW Austria

Equal Pay Day – BPW Germany