Studie belegt Beschleunigung der Erderwärmung seit 2015

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Die Jahre 2023 und 2024 waren die heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen, und 2024 lag die globale Temperatur um mehr als 1,5 °C über den vorindustriellen Temperaturen. Eine neue Studie des bekannten Klimafolgenforschers Stefan Rahmstorf sowie des US-Statistikexperten Grant Foster kommt zu dem Schluss, dass sich unser Planeten in den letzten 10 Jahren schneller erwärmt hat. Bei dieser Geschwindigkeit würden wir bereits vor dem Jahr 2030 die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens langfristig überschreiten.

 

„Gerade die Jahre 2023 und vor allem 2024 waren die bisher wärmsten seit Beginn der Messungen. Da die Temperatur auch natürlichen Schwankungen unterliegt, war bisher unklar, ob sich die Erwärmung beschleunigt hat“, erklärte Prof. Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Leitautor der Studie im Rahmen des Fachtags für klimagerechtes Wirtschaften Anfang März.

 

„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ sagt Grant Foster, ein US-Statistikexperte und Co-Autor der Studie, die heute in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“

 

Kurzfristige natürliche Schwankungen der globalen Temperatur, verursacht durch El Niño, Vulkanausbrüche und solare Zyklen, können Veränderungen der langfristigen Erwärmungsrate überlagern. In der Datenanalyse, die auf Messdaten basiert, arbeitet das Forschungsteam mit fünf großen etablierten, globalen Temperaturdatensätzen (NASA, NOAA, HadCRUT, Berkeley Earth, ERA5).

„Die bereinigten Daten zeigen eine Beschleunigung der Erderwärmung seit 2015 mit einer statistischen Sicherheit von über 98 Prozent, konsistent in allen untersuchten Datensätzen und unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode,“ erklärt Rahmstorf. So liegt die Erwärmung laut der neuen Studienergebnisse „von 1970 bis 2015 bei durchschnittlich 0,2 Grad pro Jahrzehnt und in der Dekade seit 2015 bei 0,35 Grad“. In Deutschland sei es laut Rahmstorfer durchschnittlich bereits 2,5 Grad wärmer als früher.

 

Studie untersucht statistische Beschleunigung der Erwärmung, nicht deren Ursachen

Die extrem warmen Jahre 2023 und 2024 werden nach der Korrektur für El Niño und das Sonnenmaximum kühler, bleiben aber die beiden wärmsten seit Beginn der Messungen. In allen Datensätzen setzt bereits ab 2013 oder 2014 die Beschleunigung ein. Um zu überprüfen, ob sich die Erwärmungsrate seit den 1970er Jahren verändert hat, nutzte das Forschungsteam zwei statistische Ansätze: eine quadratische Trendanalyse und ein stückweise lineares Modell, das statistisch objektiv ermittelt, wann sich die Erwärmungsrate verändert.

Die Studie hat nicht die konkreten Ursachen der beobachteten Beschleunigung untersucht. Klimamodelle zeigen jedoch, dass eine zunehmende Erwärmungsrate grundsätzlich im Rahmen der aktuellen Klimamodellierungen liegt, so das Autorenteam.

„Setzt sich die Erwärmungsrate der vergangenen zehn Jahre fort, würde das zu einem langfristigen Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens vor dem Jahr 2030 führen,“ sagt Stefan Rahmstorf. „Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren.“

 

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Originalpublikation:
Foster, G., Rahmstorf, S. (2026): Global Warming has accelerated significantly. Geophysical Research Letters. [DOI: 10.1029/2025GL118804]