Treibhausgasdaten zeigen zu geringen Rückgang 2025 für Klimazielerreichung

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1278)

Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland hat sich verlangsamt. Das zeigen die Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2025. Demnach emittierte Deutschland im vergangenen Jahr rund 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Emissionen sanken um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent CO₂-Äquivalente im Vergleich zu 2024. Besonders die Sektoren Verkehr und Gebäude verzeichneten einen Anstieg der Emissionen im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang ist zu gering, um die Klimaziele für 2030 und 2040 zu erreichen. Für das 2030er CO2-Ziel sind ab sofort jährliche CO2-Einsparungen von durchschnittlich 42 Millionen Tonnen nötig. Darin werden allerdings geplante Rückschritte beim Klimaschutz, etwa beim Gebäudemodernisierungs- und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder den CO2-Grenzwerten für Pkw noch nicht berücksichtigt. 

 

Deutschland wird seine Klimaziele laut Deutscher Umwelthilfe deutlich verfehlen. Der neue Projektionsbericht der Bundesregierung warnt vor einer Zielverfehlung von 30 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 und sogar rund 100 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2040, wenn die Bundesregierung keine zusätzlichen Maßnahmen ergreift. Besonders gravierend ist die Zielverfehlung in den Sektoren Verkehr und Gebäude. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass die prognostizierte Zielverfehlung innerhalb der Europäischen Lastenteilungsverordnung (ESR) im Vergleich zum Vorjahr sogar um 29 Millionen Tonnen CO2 auf insgesamt 255 Millionen Tonnen CO2 ansteigt. Dadurch drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

So sind laut UBA Investitionen, die Gebäude und Verkehr in Deutschland aus der Abhängigkeit von fossilen Energien befreien, besonders dringend, um den Ankauf von Zertifikaten aus anderen EU-Mitgliedstaaten möglichst zu vermeiden.

Auch im Landnutzungssektor (LULUCF) zeigt der Projektionsbericht eine deutliche Zielverfehlung. Intakte Moore, Wälder und Böden können potenziell große Mengen CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen, doch der Sektor ist aktuell eine Quelle statt einer Senke von Treibhausgasemissionen. Positiv zu vermerken ist laut UBA, dass sich der Wald nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 wieder etwas erholt hat und 2025 mehr CO2 aufnehmen konnte, als er ausstieß (Nettosenke).

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, mit wirksamen Maßnahmen im neuen Klimaschutzprogramm schnellstmöglich nachzubessern. Laut Klimaschutzgesetz muss dieses spätestens bis zum 25. März vorliegen und geeignete Maßnahmen enthalten, um die Klimaziele 2030 und 2040 sowie die Emissionsobergrenzen in den Einzeljahren bis 2040 zu erreichen.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH meint zu den Daten des UBA: „Der Gebäudesektor ist und bleibt die größte klimapolitische Baustelle der Bundesregierung. Und statt sie endlich anzupacken, drohen mit der Abschaffung der 65-Prozent-Regel sogar steigende Emissionen. (…) Was wir brauchen, sind klare Prioritäten: eine Sanierungsoffensive, Bauen im Bestand und erneuerbare Wärme.

Auch Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland, kritisiert die geringe Reduktion im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:

„Während die Menschen in Deutschland immer höhere Preise für Öl und Gas bezahlen müssen, würden die Vorhaben des Wirtschaftsministeriums die fossilen Abhängigkeiten weiter festigen, anstatt sie aufzulösen. Die Kosten davon sind immens. Das zeigt sich nicht nur auf der Heiz- und Tankrechnung, sondern auch mit Blick auf die Folgen einer nicht ausreichend gebremsten Erderhitzung. Wir müssen schnell den Ausstoß schädlicher Treibhausgase reduzieren. Erneuerbare Energien sichern uns Schutz vor volatilen Öl- und Gaspreisen, vor geopolitisch hochriskanten Abhängigkeiten und vor der Klimakrise.“

Greenpeace sind in den Daten einen Weckruf, die Abhängigkeit von „unberechenbaren Öl- und Gaslieferanten“ zu verringern und CO2 einzusparen. Das Tempo beim Klimaschutz muss massiv steigen, auch um das Leben von Millionen Menschen bezahlbarer und das Land sicherer zu machen. Wer heute schon elektrisch fährt oder mit Wärmepumpe heizt, kann die steigenden Preise für Sprit und Gas gelassener sehen. Doch indem die Regierung die Strom-Alternativen zu Gas und Öl sabotiert, lässt sie die Heiz- und Tankrechnungen der Menschen durch die Decke schnellen. erklärt Marissa Reiserer, Greenpeace-Sprecherin in einer Aussendung.

 

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Pressemitteilung Uweltbundesamt