Österreich: Anstieg der Treibhausgas-Emissionen für 2025 ist harter Rückschlag

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Das österreichische Umweltbundesamt (UBA) hat eine erste Abschätzung für die Treibhausgas-Emissionen (THG) im Jahr 2025 erstellt: Nach diesen Berechnungen steigen die Emissionen 2025 nach Jahren erstmals wieder. Die Gründe dafür liegen laut UBA vorwiegend in einer höheren Industrieproduktion und höherem Verbrauch fossiler Energien aufgrund kühlerer Wintermonate. Der geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung haben diese Entwicklung zwar gedämpft, konnten den Rückschritt aber nicht wettmachen.

 

Keyfacts im Überblick

  • Nach der ersten Abschätzung des Umweltbundesamtes sind die THG-Emissionen 2025 um 1% im Vergleich zu 2024 gestiegen.
  • Das entspricht einem Zunahme von rund 0,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent.
  • Insgesamt wurden 2025 Emissionen in der Höhe von rund 67,3 Mio. Tonnen emittiert.
  • Trotz Überschreitung der EU-rechtlichen Höchstmenge dürfte Österreich sein Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten.
  • Im Sektor Verkehr gab es 2025 die größte THG-Reduktion durch verminderten Dieselverbrauch (minus 6,3%).
  • Im Sektor Gebäude wurde ein deutlicher THG-Zuwachs um 7,4% verzeichnet, bei der Energieerzeugung und industriellen Produktion ein Plus von 5,6%.

 

„Der Klimaschutz in Österreich ist ins Stocken geraten, obwohl die Forschung klar zeigt, dass durch diese Verschleppung Milliardenkosten und hohe Schäden entstehen. Ein echter Weckruf für die Regierung“, erklärte Klimaforscher Gottfried Kirchengast vom Wegener Center der Uni Graz anlässlich der Veröffentlichung seiner Prognose für 2025 und sieht dringenden politischen Handlungsbedarf.

Laut der im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) erstellten Prognose des UBA lassen sich die Ursachen für den Anstieg der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025  auf eine höhere Industrieproduktion, mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken aufgrund niedrigerer Wasserstände in den Flüssen und auf einen höheren Heizenergiebedarf bei Endverbraucher:innen im Vergleich zu 2024 zurückführen.

Dämpfend haben 2025 der deutlich geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung in Österreich gewirkt. Dadurch ergibt sich für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels ein differenzierteres Bild: Obwohl die EU-rechtliche Höchstmenge an Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 überschritten wird, legen die aktuellen Berechnungen nahe, dass Österreich das Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten dürfte.

„Unsere Abschätzung für das Jahr 2025 zeigt einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ca. ein Prozent. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Erneuerbare Energieträger umzusteigen.“

Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts

 

Ausblick Emissionshandel 2025

Im Emissionshandelsbereich ist nach den vorläufigen Daten (Datenstand Februar 2026) gegenüber 2024 ein Anstieg um 1,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (6,3 Prozent) auf insgesamt 25,4 Mio. Tonnen zu erwarten. Demnach wurde 2025 deutlich mehr Erdgas für die Stromerzeugung als 2024 eingesetzt. In der produzierenden Industrie kommt der Emissionszuwachs insbesondere aus der Stahlproduktion.

 

Emissionstrends in den Wirtschaftssektoren

Für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels rechnen die Expert:innen des Umweltbundesamts in ihrer ersten Analyse für 2025 mit rund 41,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Das bedeutet einen Rückgang um rund 2 Prozent (0,8 Mio Tonnen) gegenüber 2024. Damit liegen die Emissionen 1,1 Mio. Tonnen über der für 2025 gültigen Höchstmenge von rund 40,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent.

Einen deutlichen Emissionszuwachs verzeichnen die Expert:innen im Sektor Gebäude (rund 7,4 Prozent). Die Entwicklung in diesem Sektor ist maßgeblich von der Witterung abhängig. So werden 2025 deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet als in den überdurchschnittlich warmen Jahren davor. Dies zeigt sich auch im Verbrauch von Heizöl und Erdgas.

Im Sektor Verkehr wird hingegen eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet. Dies ist wiederum auf den geringeren Dieselverbrauch zurückzuführen.

 

Eine Prognose des Wegener Centers der Uni Graz ortete in nachlassendem Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien neben dem gestiegenen Heizbedarf durch kühlere Wintermonate einen der Hauptgründe für die Zunahme.

„Unsere Prognose auf Basis der weltweiten Daten bis November 2025 zeigt einen Temperaturanstieg von 1,48 °C im langfristigen Mittel. Nur eine drastische Reduktion des Ausstoßes kann diese bedrohliche Entwicklung bremsen. Gleichzeitig birgt das große Chancen für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Wir brauchen ein aktives Klimaschutz-Management auf allen Ebenen. Das reicht von gesetzlich verankerten Rahmenzielen über entsprechende Vorgaben und Anreize für Unternehmen bis hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil in unserem eigenen, persönlichen Bereich.“

Klimaforscher Gottfried Kirchengast vom Wegener Center der Uni Graz