Nein — der Weltklimarat hat den Klimawandel nicht „abgesagt“.

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(681)

Nein — der Weltklimarat hat den Klimawandel nicht „abgesagt“.

Nein — die Klimaforschung hat nicht zugegeben, dass alles erfunden war.
Und nein — aus der Neubewertung einzelner Extrem-Szenarien folgt nicht, dass menschengemachte Erwärmung plötzlich nicht existiert.

Der Hintergrund der aktuellen Debatte ist deutlich nüchterner:
Für die nächste Generation der Klimamodelle (CMIP7) werden einige frühere Hoch-Emissionsszenarien wie RCP8.5 bzw. SSP5-8.5 heute als weniger plausibel eingestuft als noch vor 10 bis 15 Jahren.

 

Warum?
Weil sich reale Entwicklungen verändert haben:
Erneuerbare Energien wurden massiv günstiger, Technologien effizienter, der globale Kohleverbrauch entwickelte sich schwächer als angenommen und viele Staaten haben zumindest teilweise Emissionen reduziert.

Das bedeutet nicht:
„Die Warnungen waren falsch.“

Im Gegenteil:
Dass Extrem-Szenarien heute unwahrscheinlicher erscheinen, liegt auch daran, dass technologische Entwicklung und politische Maßnahmen Wirkung zeigen.

Wer daraus nun ableitet:
„Dann war der Klimawandel ein Schwindel“,
macht denselben Fehler wie jene, die jahrelang jedes Worst-Case-Szenario als sichere Zukunft dargestellt haben.


Daten und Fakten

Die globale Durchschnittstemperatur ist seit Beginn der Industrialisierung bereits um rund 1,3–1,5°C gestiegen.
Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Extremwetterereignisse nehmen weltweit messbar zu.

Die aktuellen realistischen Erwärmungspfade liegen heute eher im Bereich von etwa 2 bis 3°C bis 2100 — nicht automatisch bei 4 bis 5°C wie in manchen älteren Extrem-Szenarien.

Aber auch 2–3°C sind wirtschaftlich, ökologisch und geopolitisch keine triviale Entwicklung:
Steigende Anpassungskosten, Wasserstress, Ernteprobleme, Versicherungsschäden und Instabilität in besonders betroffenen Regionen bleiben reale Risiken.

Die eigentliche Lehre aus der aktuellen Debatte lautet deshalb nicht:
„Alles war gelogen.“

Sondern:
Wissenschaft entwickelt Modelle weiter.
Szenarien werden laufend an reale Entwicklungen angepasst.
Und eine seriöse Diskussion braucht weder hysterischen Alarmismus noch ideologische Realitätsverweigerung.

Wer heute behauptet, Klimawandel existiere überhaupt nicht, ignoriert nicht nur wissenschaftliche Daten, sondern auch die messbare Entwicklung der letzten Jahrzehnte.