Weltbienentag: Ohne Artenvielfalt keine Lebensmittelvielfalt

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1332)

Schwarze Holzbiene

Der Weltbienentag am 20. Mai macht auf die enorme Bedeutung von Wild- und Honigbienen aufmerksam. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern für Biodiversität, Landwirtschaft und Ernährungssicherung aufmerksam zu machen. Das Datum erinnert an den slowenischen Imker Anton Janša, der am 20. Mai 1734 geboren wurde und als Pionier der modernen Imkerei gilt.

 

Allein in Deutschland kommen etwa 600 unterschiedliche Wildbienenarten vor, in Europa rund 2.000, weltweit ca. 20.000 Arten. Sie gehören zur Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Die meisten Arten leben solitär, nur wenige Wildbienen – wie die Hummeln – bilden soziale Gemeinschaften.

Wild- und Honigbienen bestäuben mit Käfern, Fliegen und weiteren Insekten eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen. Diese Bestäubungsleistung wird für Deutschland mit 2 Milliarden Euro und in Österreich auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr beziffert.

Unbezahlbar ist aber die Vielfalt auf unserem Speisezettel: Nüsse, Obst und Gemüse – ohne Bienen müssten wir auf vieles verzichten! Dies gilt auch für die Bestäubung der Nahrungspflanzen vieler Wildtiere – Bienen tragen durch ihre Bestäubungsleitung zur Biodiversität bei.

Etwa 75 % der wichtigsten Kulturpflanzenarten sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Rund ein Drittel der globalen landwirtschaftlichen Produktion hängt direkt oder indirekt von ihrer Bestäubung ab. Allein eine Honigbiene besucht auf einem Flug oft Hunderte Blüten.

Doch Bienen und andere Insekten haben es zunehmend schwer. Monotone Landschaften, Pestizide, Krankheiten und der Klimawandel setzen ihnen zu. Deshalb ist jeder blühende Garten, Balkon oder Straßenrand wichtig.

Anders als Honigbienen, die als Nutztiere von Imkerinnen und Imkern betreut und geschützt werden, sind Wildbienen auf sich allein gestellt. Viele Arten sind hierzulande gefährdet und stehen unter massivem Druck durch die Versiegelung unserer Natur. Damit sinkt auch die landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Verbleibende Acker und Felder werden intensiver genutzt und kleinere Flächen zusammengelegt, um sie effizienter bewirtschaften zu können. Dadurch können auch bewachsene Randstreifen, sogenannte Feldraine, verloren gehen – und mit ihnen wertvolle Rückzugsorte für Bienen und viele andere Insekten. Unsere Blühflächen gehen also zurück – ein Faktor, der erheblich zum Bienensterben beiträgt.

 

Schon kleine Maßnahmen helfen:

– heimische, ungefüllte Blühpflanzen wählen,

– auf chemische Spritzmittel verzichten,

– durchgehende Blühangebote vom Frühjahr bis in den Herbst schaffen,

– Wiesen, Hecken, Ackerränder und Kleinstrukturen als Lebensräume erhalten,

– wilde Ecken im Garten stehen lassen und

– regionalen Honig kaufen und damit die heimische Imkerei unterstützen.

Der Weltbienentag hebt die Bedeutung dieser kleinen Lebewesen hervor – ihre Wirkung für Natur, Artenvielfalt und unsere Ernährung ist riesig.