Erneuerbare Energie rund um die Uhr

Feld(40)

Viele Menschen stellen sich dieselbe Frage: Was passiert eigentlich, wenn nachts keine Sonne scheint und gleichzeitig kaum Wind weht?

Genau dieser Frage widmet sich eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), die im Juni 2026 auf Europas größter Energiefachmesse The smarter E Europe vorgestellt wurde. Das Ergebnis: Eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr mit erneuerbaren Energien ist technisch möglich – vorausgesetzt, verschiedene Technologien arbeiten intelligent zusammen.

Nicht eine Technologie löst das Problem – sondern ihr Zusammenspiel

Ein modernes Energiesystem basiert nicht nur auf Windrädern oder Solaranlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Bausteine:

  • Photovoltaik liefert tagsüber günstigen Strom.
  • Windkraft produziert häufig besonders viel Energie in den Abend- und Nachtstunden.
  • Batteriespeicher gleichen kurzfristige Schwankungen aus.
  • Pumpspeicherkraftwerke speichern überschüssige Energie über längere Zeit.
  • Grüner Wasserstoff kann saisonale Überschüsse speichern und später wieder nutzbar machen.
  • Intelligente Stromnetze verteilen Energie dorthin, wo sie gerade benötigt wird.

Genau diese Kombination macht eine stabile und zuverlässige Stromversorgung möglich – auch dann, wenn einzelne Energiequellen zeitweise weniger liefern.

Was passiert bei einer „Dunkelflaute“?

Als Dunkelflaute bezeichnet man Wetterlagen, in denen über mehrere Tage sowohl wenig Sonne scheint als auch nur schwacher Wind weht.

Die Studie zeigt jedoch, dass solche Situationen kein unlösbares Problem darstellen. Durch die Kombination unterschiedlicher Speichertechnologien, europaweit vernetzter Stromsysteme und einer flexibleren Nutzung von Energie lassen sich auch diese Phasen zuverlässig überbrücken. Das widerlegt einen der häufigsten Einwände gegen erneuerbare Energien.

Digitalisierung wird zum entscheidenden Faktor

Neben Wind- und Solarenergie gewinnt die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung.

Moderne Energiemanagementsysteme können Stromverbrauch und Stromerzeugung in Echtzeit koordinieren. Elektroautos laden beispielsweise bevorzugt dann, wenn besonders viel Solarstrom verfügbar ist. Batteriespeicher speichern überschüssige Energie und geben sie genau dann wieder ab, wenn sie gebraucht wird.

Dadurch wird das gesamte Energiesystem effizienter und stabiler.

Daten & Fakten

  • Rund 2.800 Unternehmen präsentierten auf der The smarter E Europe 2026 Lösungen für eine erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr.
  • Über 100.000 Besucherinnen und Besucher wurden auf Europas größter Energiefachmesse erwartet.
  • Die aktuelle Fraunhofer-ISE-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein klimaneutrales Energiesystem bis 2045 technisch machbar, wirtschaftlich sinnvoll und zuverlässig betrieben werden kann.
  • Batteriespeicher, intelligente Stromnetze und grüner Wasserstoff zählen dabei zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre.

Conclusio

Die Frage lautet heute nicht mehr, ob eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien rund um die Uhr möglich ist. Die entscheidende Herausforderung besteht darin, Speicher, Stromnetze und digitale Steuerung konsequent auszubauen.

Die Technik dafür ist bereits vorhanden – jetzt kommt es darauf an, sie im notwendigen Tempo in die Praxis zu bringen.

Link zur Messe: https://www.thesmartere.de/start