Mehr als die Hälfte des EU-Stroms ist erneuerbar – Solarenergie übernimmt die Führung

Solar Energie

Neue Zahlen von Eurostat zeigen: Im zweiten Quartal 2026 lag ihr Anteil an der Stromerzeugung bei 54,1 Prozent.

Besonders bemerkenswert ist jedoch eine Verschiebung innerhalb der erneuerbaren Energien. Solarenergie war im zweiten Quartal 2026 erstmals die mit Abstand wichtigste erneuerbare Stromquelle der EU.

 

Die Sonne übernimmt die Führung

41,6 Prozent des erneuerbar erzeugten Stroms kamen zwischen April und Juni aus Solarenergie. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 37,0 Prozent.

Damit lag Solarenergie deutlich vor Windkraft mit 27,7 Prozent und Wasserkraft mit 22,6 Prozent. Weitere 7,7 Prozent entfielen auf erneuerbare Brennstoffe, 0,4 Prozent auf Geothermie und andere erneuerbare Energiequellen.

Die Zahlen zeigen, wie schnell sich die Struktur der europäischen Stromerzeugung verändert. Photovoltaik entwickelt sich von einer ergänzenden Technologie zu einer tragenden Säule des europäischen Energiesystems.

 

Mehr als jeder zweite erzeugte Strom stammt aus erneuerbaren Quellen

Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2026 54,1 Prozent des Stroms in der Europäischen Union aus erneuerbaren Quellen erzeugt.

Allerdings zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr auch, dass der Ausbau nicht automatisch jedes Jahr zu einem höheren Anteil führt. Im zweiten Quartal 2025 waren es mit 54,3 Prozent sogar geringfügig mehr.

Der Grund liegt unter anderem darin, dass die Stromproduktion aus Wind- und Wasserkraft stärker von den jeweiligen Wetterbedingungen abhängig ist. Der massive Ausbau der Solarenergie verändert jedoch zunehmend das Verhältnis zwischen den einzelnen erneuerbaren Energiequellen.

 

Europa bleibt sehr unterschiedlich

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf die einzelnen Mitgliedstaaten.

Latvia erreichte im zweiten Quartal 2026 einen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 97,7 Prozent. In Dänemark waren es 94,3 Prozent und in Kroatien 92,2 Prozent.

Am anderen Ende lagen die Slowakei mit 19,8 Prozent, Tschechien mit 20,9 Prozent und Malta mit 24,5 Prozent.

Die Energiewende findet damit zwar europaweit statt – allerdings mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichen Technologien.

 

Daten & Fakten

54,1 Prozent des in der EU erzeugten Stroms kamen im zweiten Quartal 2026 aus erneuerbaren Energiequellen.

41,6 Prozent des erneuerbaren Stroms wurden durch Solarenergie erzeugt.

27,7 Prozent entfielen auf Windkraft.

22,6 Prozent kamen aus Wasserkraft.

Der Anteil der Solarenergie am erneuerbaren Strom stieg innerhalb eines Jahres von 37,0 auf 41,6 Prozent.

Latvia erreichte mit 97,7 Prozent den höchsten Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung innerhalb der EU.

 

Die nächste Herausforderung beginnt im Stromnetz

Der Erfolg der Solarenergie bringt gleichzeitig neue Aufgaben mit sich. Solaranlagen produzieren besonders viel Strom rund um die Mittagsstunden und im Sommer. Strom wird jedoch rund um die Uhr benötigt.

Je größer der Anteil von Solar- und Windenergie wird, desto wichtiger werden deshalb Stromnetze, Speicher, flexible Verbraucher und ein besserer grenzüberschreitender Austausch von Energie.

Die entscheidende Frage der europäischen Energiewende lautet daher zunehmend nicht mehr nur, wie viel erneuerbare Energie wir produzieren können.

Es geht darum, wie intelligent wir sie speichern, verteilen und genau dann verfügbar machen können, wenn sie gebraucht wird.

Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls eine Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch weit entfernt erschien: Mehr als die Hälfte des europäischen Stroms kann heute bereits aus erneuerbaren Quellen stammen – und die Solarenergie übernimmt dabei eine immer wichtigere Rolle.

 

Mehr Informationen: Offizielle Eurostat-Auswertung zu den Zahlen